Das sollten Sie über das Thromboserisiko bei der Pilleneinnahme wissen

Viele Frauen sind verunsichert, was die Einnahme der Pille betrifft. Wir haben uns angesehen, was man im Bezug auf das Thromboserisiko tatsächlich wissen sollte.

Das perfekte Verhütungsmittel ist sicher, unkompliziert, hat keine Nebenwirkungen - und ist leider noch nicht zu haben. Viele Frauen nehmen die Pille. Manche steht wegen möglicher Gesundheitsgefahren in der Diskussion - was tun, wenn man sich Sorgen um Thrombose macht?

Das sind die Pillen-Alternativen

Wollen Frauen aus Angst vor Thrombose nicht die Pille nehmen, sollten sie mit ihrem Frauenarzt die Alternativen besprechen. Neben dem Kondom gibt es weitere Verhütungsmittel, die dann infrage kommen. "Ganz ohne Thromboserisiko ist die Kupferspirale, die den Vorteil hat, nur in der Gebärmutter zu wirken", erklärt der Gynäkologe Christian Albring. Außerdem sei eventuell eine andere Pille geeignet: "Das Thromboserisiko ist geringer bei den sogenannten Minipillen, die nur ein Gestagen enthalten und kein Östrogen." Die sogenannten Mikropillen sind hingegen ein Kombinationspräparat und enthalten beide Hormone. Auch Hormonspiralen enthalten nur Gestagene und haben laut Albring ein sehr geringes Thromboserisiko.

Thromboserisiko besteht nur am Anfang der Pilleneinnahme

Wenn überhaupt, trete eine Thrombose in den ersten Monaten der Einnahme auf, betont Albring. "Wenn eine Frau ihre Pille bereits ein Jahr oder länger eingenommen hat, dann ist das Thromboserisiko fast nicht mehr erhöht, und ein Wechsel oder ein Absetzen ist nicht angebracht." Wer trotzdem auf eine andere Pille umsteigt, sollte dazwischen keine Pause einlegen. "Denn nach der Pillenpause steigt das Thromboserisiko wieder so hoch an, als würde sie mit der Pillen-Einnahme von vorn beginnen."

Das sind die Risikofaktoren einer Thrombose

Wenn eine Frau mit der Pille verhüten will, gelten Übergewicht, Rauchen oder ein Alter über 35 als zusätzliche Risikofaktoren. "Wir würden dann nicht sagen, dass die Frau die Pille auf keinen Fall nehmen soll, wenn sie weiterhin eine zuverlässige Verhütung braucht und zum Beispiel eine Spirale, Kondom oder natürliche Verhütung nicht infrage kommt", erläutert Albring. "Aber das Thromboserisiko ist in diesen Fällen dauerhaft höher, so dass Frauenärzte ungern eine Pille oder eine andere Verhütungsmethode mit kombinierten Hormonen verordnen."

Thromboserisiko entwickelt sich schleichend

Nicht zuletzt sollten Frauen sich aber auch darüber im Klaren sein, dass eine Thrombose sich nicht plötzlich über Nacht entwickelt. Fast immer gibt es Vorzeichen: "Einseitige, etwas muskelkaterähnliche Schmerzen und Spannen in der Wade oder Schmerzen auf der Innenseite der Oberschenkel zur Leiste hin." Derartige Beschwerden sollten Frauen so früh wie möglich abklären lassen.

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