Das sagt sein Ringfinger über seine Männlichkeit aus

Er rückt zunehmend in den Fokus der Wissenschaft: der Mann. Was macht ihn männlich? Und was haben wir Frauen davon, das zu wissen? Wir haben bei Experten nachgefragt.

Für manche (Männer) dürfte es die Frage der Fragen gewesen sein, die britische Forscher nun beantwortet haben: Wie groß ist ein normaler Penis? Im Fachmagazin BJU Internationalhaben sie ihre Studienergebnisse dazu kürzlich veröffentlicht und bekannt gegeben:

Der durchschnittliche Penis ist im erigierten Zustand 13,12 Zentimeter lang und hat einen Umfang von 11,66 Zentimetern.


Ist er schlaff, misst er im Durchschnitt 9,16 Zentimeter, bei einem Umfang von 9,31 Zentimetern. Wozu das zu wissen gut ist? Nun, die Wissenschaftler haben jetzt eine Grafik erarbeitet, die Ärzte bei der Beratung von Männern verwenden können, um ihnen zu erklären: „Ihre Penisgröße ist eh normal.“

Immer mehr Studien zum Mann tauchen aktuell auf. Womit sich die Wissenschaft dabei auch beschäftigt und wovon wir Frauen deutlich mehr haben, ist die Vermessung männlicher Gesichter. Denn daran lässt sich recht schnell ablesen, wie männlich ein Mann in etwa ist – und das sagt etwas über seine Gesundheit aus ...

Wann ist ein Mann ein Mann?


Lässt sich die (biologische) Männlichkeit eines Mannes wirklich in seinem Gesicht ablesen? Ja, bis zu einem gewissen Grad, hat ein Forschungsteam rund um Philipp Mitteröcker am Department für theoretische Biologie der Uni Wien herausgefunden. Die Untersuchung basiert auf einer Theorie aus der Evolutions- und Verhaltensforschung, die durchaus auch umstritten ist, wie der Wissenschaftler im Gespräch von Anfang an betont.

Kurz zusammengefasst geht’s bei der Theory of honest signals, also der Theorie der „ehrlichen Signale“, um Folgendes: In Sachen Fortpflanzung ist es für Frauen wichtig, den optimalen Partner erkennen zu können. Also jemanden, der gesund ist, gute Gene hat und kräftige Nachkommen zeugen kann. So jemand hat viel Testosteron im Körper – und das wirkt sich auch auf sein Aussehen aus. Und weil Testosteron gleichzeitig einen negativen Einfluss aufs Immunsystem hat, können sich nur wirklich starke, ­gesunde Männer auch „leisten“, männlich auszusehen. Bedeutet also weiter: Frau kann davon ausgehen, dass ein Mann, der männlich ausschaut, gesund ist und ein potenter Partner sein könnte.

Das Gesicht verrät auch etwas über ihn


Woran man nun diese Männlichkeit im Gesicht erkennt, das hat Philipp Mitteröcker eben untersucht und eigentlich haben ihn die Ergebnisse selbst ein bisschen überrascht: „Ich muss mich immer auch selbst von den Daten überzeugen lassen“, sagt der Wissenschaftler, denn wenn es um unsere menschliche Wahrnehmung geht, dann spielen neben biologischen auch viele andere Faktoren wie individuelle Vorlieben, persönliche Erfahrungen und dergleichen eine wichtige Rolle.

„Aber Fakt ist trotzdem: 25 Prozent davon, wie männlich wir ein Gesicht beurteilen, gehen auf die Gesichtsform zurück, das ist einfach so“, erklärt der Wissenschaftler. Und zwar komplett unabhängig von Kultur, Gesellschaft, Mode oder Jahrhundert.


Daran lässt sich ein männliches Gesicht erkennen


Als biologisch männlich gelten laut der aktuellen Untersuchung folgende Gesichtszüge: schmale Lippen, ein kantiges, breites Unterkiefer, niedrig sitzende Augenbrauen und eine breite Nase. Als männlich wahrgenommen wurden von Frauen in der Studie vor allem: ein breites Unterkiefer, schmale Lippen und ein weiter Augenabstand. Und dass Männer mit Bart – auch abseits von Schönheitstrends – als attraktiv empfunden werden, erklärt Wissenschaftlerin Sonja Windhager vom Department für Anthropologie an der Uni Wien so: „Wahrscheinlich lässt sich das auf die optische Verbreiterung des Untergesichts zurückführen – und das gilt ja als männlich, wie gezeigt wurde.“


Ein biologisch männlicher Mann ist oft für Frauen interessanter


Auch wenn Unterschiede zwischen echter und wahrgenommener Männlichkeit bestehen – dass man als Frau echte, männliche Merkmale erkennen kann, darin sieht Sonja Windhager eindeutig einen Nutzen: „Jeder Mensch hat einen Vorteil, wenn die Einschätzung des Gegenübers möglichst viel mit der Realität zu tun hat. Denn dann kann man das eigene Verhalten entsprechend anpassen.“

Wenn es um die Partnerwahl geht, ist die Sache allerdings ziemlich komplex, sind sich die Wissenschaftler einig. Denn es gibt nie den besten Partner, sondern immer nur die optimale Wahl in Hinblick auf die eigene Situation. Will heißen: Ein biologisch männlicher Mann ist oft für Frauen interessanter, die eher auf der Suche nach kurzen Abenteuern sind, erklärt Windhager: „In einigen Studien gibt es Hinweise darauf, dass Frauen im Kurzzeitkontext, also für einen One-Night-Stand oder eine Kurzzeitbeziehung, maskulinere Männer als die erstrebenswerteren Partner empfinden. Weniger wichtig ist Maskulinität, wenn sie auf der Suche nach einer langfristigen Partnerschaft sind.“


Was sein Zeigefinger-zu-Ringfinger-Verhältnis verrät


Neben dem Gesicht sind Hände übrigens ein spannendes Untersuchungsobjekt, um zu erkennen, wie viel Männlichkeitshormon Testosteron oder wie viel Weiblichkeitshormon Östrogen im Körper vorhanden ist.

Ersteres lässt auf Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen und Stärke, letzteres auf Einfühlungsvermögen oder sprachliche Begabung schließen. Kurz und gut: Auskunft darüber soll das Zeigefinger-zu-Ringfinger-Verhältnis geben. Auf viel Männlichkeit, weil viel Testosteron, schließen lässt eine Hand, wenn der Zeigefinger kürzer ist als der Ringfinger. „Das hat etwas mit dem pränatalen Hormonverhältnis zu tun“, erklärt Philipp Mitteröcker. „Und wir konnten herausfinden, dass Männer mit diesem Fingerverhältnis auch wirklich im Gesicht anders aussehen – männlicher eben.“

Umgekehrt gilt genauso für die stark weibliche Hand: Von einem hohen Östrogengehalt kann man ausgehen, wenn der Zeigefinger länger als der Ringfinger ist.

Individualität und Kultur spielen zum Glück eine größere Rolle


„Auch wenn es das alles gibt, das sind kleine Effekte“, betont Philipp Mitteröcker. „Unser Verhalten ist glücklicherweise stark von Individualität und Kultur geprägt.“

O.k., dann schließen wir uns hier mal an: Wenn Sie jemanden kennen lernen, dann schauen Sie ihm gerne unauffällig auf die Hand, ins Gesicht und dann aber bitte tief in die Augen und: Lassen Sie Ihren Bauch entscheiden und nicht irgendwelche Statistiken.

Männlichkeit ist ein Thema, das zunehmend für verschiedene Disziplinen interessanter wird. Wie wir als Gesellschaft die Rolle des Mannes aktuell sehen, das haben wir Soziologin Eva-Maria Schmidt gefragt.

Welches Bild haben wir von einem Mann heutzutage?
Das ist noch immer sehr traditionell: Er wird über seine Vollzeit-Arbeit definiert, Männer in Teilzeit oder Karenz sind die Ausnahme.

Ändert sich an dieser Rollenvorstellung nicht langsam mal was?
Doch, wir beobachten auch eine stärkere Familienorientierung. Männer finanzieren die Familie nicht mehr nur. Geht es allerdings um den Haushalt, dann bringen sich Männer bei alltäglichen Arbeiten noch immer ganz wenig ein.

Erwarten wir heute zu viel von den Männern?
Ich glaube schon, dass die Anforderungen an sie gestiegen sind. Aber auch die Möglichkeiten, die sie haben. In Zukunft wird es mehr unübliche Lebensentwürfe geben.

34 cm soll der angeblich längste Penis der Welt messen. Der Mann dazu heißt Jonah Falcon und lebt in den USA.

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