Das RRRIOT FESTIVAL geht in die zweite Runde

Von 1. bis 8. März findet das kollaborative, feministische Programmfestival zum zweiten Mal statt – dieses Jahr ganz unter dem Motto „Community“. Im Fokus stehen Gerechtigkeits- und Gesellschaftsfragen, sowie Empowerment und Sichtbarkeit von Frauen* im Kulturbereich.

Riot Festival

Jedes Mal, wenn im Fernsehen eine Frau zu sehen ist, sind zeitgleich zwei Männer zu sehen. Soll heißen: Das Geschlechterverhältnis im TV ist bis heute alles andere als ausgeglichen. Vor allem bei bei Expert*innendiskussionen und Panels sind deutlich mehr Männerstimmen zu hören. Das bestätigte zuletzt eine vor zwei Jahren von Maria Furtwängler vorgestellte Studie. Dass das Ungleichgewicht bis heute vorhanden und ein weltweites Problem ist, zeigt auch das Gender Monitoring von BBC. Ebenjenes Programm wurde 1995 gestartet und berichtet seither in regelmäßiges Abständen, welche Fortschritte die Rundfunkanstalt in Sachen Gleichberechtigung gemacht hat – und die sind ernüchternd. So stieg die Zahl der vom Fernsehen interviewten Frauen in den vergangenen Jahren von 17 auf 24 Prozent. Um diesen Anstieg voranzutreiben, setzte sich BBC im Rahmen der "50:50 Challenge" nun das Ziel, bis April diesen Jahres Geschlechtergleichheit bei allen interviewten, dargestellten, fotografierten Personen zu erzielen.

Mit Partys und Workshops gegen Ungleichheit

Gegen Ungleichheiten wie diese vorzugehen, ist eine der Hauptaufgaben, die sich die Veranstalter*innen des RRRIOT Festivals selbst auferlegt haben. „ Es geht uns darum, Sichtbarkeit zu schaffen – niemand sollte heute noch ernsthaft behaupten können, es gäbe keine Frauen*, die man auf Panels setzen kann, die interessante Kunst oder Musik machen, oder was auch immer. Es gibt diese Frauen* und wie unser Festival mit 4500 Besucher*innen schon im Vorjahr gezeigt hat, besteht auch Interesse an ihnen und ihrem Schaffen“, so Amira Ben Saoud, die für die Programmleitung des Festivals dieses Jahr verantwortlich ist, gegenüber WIENERIN. Es sei wichtig, dass feministische Themen immer einen fixen Platz im gesellschaftlichen Diskurs haben. „RRRIOT will nicht nur eine Woche einen Scheinwerfer auf feministisches Engagement in Kunst, Kultur und Gesellschaft werfen, sondern Akteur*innen nachhaltig vernetzen“, stellt Amira klar. Dieses Ziel soll mittels 70 unterschiedlichen Kulturveranstaltungen mit 50 Programmpartner*innen gelingen – von Lesungen über Stadtspaziergänge, von Talks über Screenings bis zu Workshops.

Es ist wichtig, dass feministische Themen immer einen fixen Platz im gesellschaftlichen Diskurs haben. RRRIOT will nicht nur eine Woche einen Scheinwerfer auf feministisches Engagement in Kunst, Kultur und Gesellschaft werfen, sondern Akteur_innen nachhaltig vernetzen.

by Amira Ben Saoud, Programmleiterin des RRRIOT Festivals

Ein feministisches Festival für alle

„Das RRRIOT Festival ist bis auf ganz wenige Ausnahmen (Workshops zum Beispiel, die nur Frauen* besuchen können) wirklich für alle gedacht. Wir haben tolles Programm für Kinder und Jugendliche, machen aber auch Veranstaltungen im Pensionist*innen- oder Studierenden-Wohnheim. Bei Talks wie 'Wien, lebenswerteste Stadt – für wen?' beschäftigen wir uns aber auch mit Themen wie Barrierefreiheit, Rassimus, oder Queerness“, so die Programmleiterin. Im Gegensatz zum Vorjahr soll es heuer außerdem erstmals einen sogenannten Fokusbezirk geben. 15 Veranstaltungen werden allein im 20. Wiener Gemeindebezirk stattfinden: „Stefanie Sargnagel wird dort Gedichte von Christine Nöstlinger im Panoramaheim vortragen. Wir lernen von den vergessenen Austroanarchistinnen, begeben uns mit Petra Unger auf die Spuren widerständiger Frauen* in der Brigittenau oder besuchen eine Waschküche im Gemeindebau“, so Amira Ben Saoud. Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem sei zu guter Letzt noch gesagt: „Und natürlich haben wir auch wieder großartige Partys im Angebot!“

Der Großteil des Programms steht bei freiem Eintritt allen Interessierten offen. Für vereinzelte Events sind Unkostenbeiträge zu entrichten. Mit der RRRIOT Vorteilscard sichert ihr euch Rabatte, freie Eintritte & Goodies. Die Vorteilscard kostet 7 Euro und ist hier erhältlich.

Riot Festival

Aktuell