Das (Kraft)Tier in dir

Wir zeigen Ihnen den Weg zu Ihrem persönlichen Krafttier und verraten, wie Sie die heilenden Botschaften entschlüsseln lernen.

Stubenrein, pflegeleicht, gratis – aber ganz und gar nicht umsonst: Das sind Krafttiere. Ob Adler, Wolf, Hirsch oder Biene – jeder kann wie die alten Schamanen einen Begleiter aus dem Reich der Fauna an seine Seite holen und damit die Ups und Downs des Lebens viel besser anpacken. Wie das geht? Wir zeigen Ihnen den Weg zu Ihrem persönlichen Krafttier und verraten, wie Sie die heilenden Botschaften entschlüsseln lernen.

Text Petra Hauk Illustrationen Stefanie Hilgarth @ carolineseidler.com

Nehmen wir mal an, auf Ihrem Bücherbord sitzt ein Rotkehlchen. Stellen Sie sich das bitte vor. Kleiner Piepmatz, roter Bauch. Rotkehlchen. Würden Sie das seltsam finden? Also ich fand es jedenfalls merkwürdig, als unlängst ein Vogel auf meiner Enzyklopaedia Britannica saß und vor sich hin fiepte.

In Sachen ungewöhnliche Vorkommnisse frage ich immer meine Nachbarin Aileen. Sie ist da Expertin. Aileen meinte, ich solle den Besuch des Vögelchens doch mal als Botschaft betrachten. Seine Eigen­schaften anschauen, die Stärken und die Schwächen, und sie dann mit meinem Leben in Beziehung setzen. Hm, kann ja nicht schaden, dachte ich. Ist bestimmt ein neuer revolutionärer therapeutischer Ansatz.

Ganz und gar nicht, erklärt die Diplompädagogin und Buchautorin Irene Dalichow. Die Idee, vierbeinige, geschuppte oder gefiederte Freunde und ihre Attribute ins eigene Leben zu inte­grieren, ist eigentlich uralt: „Früher gehörten Tiere viel mehr zum Leben der Menschen als heute. Und man kannte ihre Eigenschaften sehr genau. So wünschte man sich beispielsweise so zäh zu sein wie ein Wolf, oder so schlau wie ein Rabe. Auf diese Weise kam es dazu, dass sich Familien sozusagen unter den Schutz eines bestimmten Tieres stellten, dem sie sich nahe fühlten. Sie nannten sich dann Familie Wolf oder Familie Rabe. Und nahmen möglicherweise Darstellungen von diesen Tieren in ihr ­Wappen auf.“ Nicht zufällig lautet einer der Begriffe für Krafttiere im Englischen ­„ familiar“.

Jede Kultur hat die Beziehung zu Tieren auf andere Art und Weise gelöst, mit Totems, Talismanen oder Höhlenmalereien. Aber die Idee war zu allen Zeiten und überall auf der Welt die gleiche: „Ich fühle mich einem bestimmten Tier und seinen Eigen­schaften verwandt. Das beflügelt und inspiriert mich, es gibt mir Halt und Kraft“, erklärt Irene Dalichow.
Warum wir Krafttiere heute gut gebrauchen können? Eine innere Beziehung zu einem Löwen, Fuchs oder Adler herzustellen, kann einem den Kick geben, alte Muster über Bord zu werfen. Ob das nun Loslassen üben, Verantwortung lernen oder mehr Durchsetzungsvermögen entwickeln ist – jeder hat Themen, auf denen er schon ewig herumkaut wie auf einem alten Kaugummi. Und das Ausspucken fällt uns so schwer, weil wir den Draht zu unserer animalischen Seite, zu unserer Wildnatur verloren haben, sagen die Schamanen der Neuzeit.

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Wie Sie sich auf die Reise zu Ihrem persönlichen Krafttier machen können, lesen Sie in der Jänner-Ausgabe der WIENERIN.

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Seinem persönlichen inneren Krafttier kommt man am besten auf die Spur, wenn man sich entspannt und sich ganz der eigenen inneren Führung anvertaut.

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