Das ist wichtig, wenn Sie mit Ihrem Kind über das Christkind sprechen

Was tun, wenn Kinder den Glauben an Weihnachtsmann und Christkind verlieren und nach Erklärungen suchen? Die Expertin weiß, wie man die Magie erhält, wenn Kinder nach Antworten suchen.


Da kann der Geschenkemarathon noch so stressig sein: Wer Kinder hat, entdeckt den Zauber rund um Weihnachten auch für sich selbst neu. Es wird gesungen, von Christkind oder Weihnachtsmann erzählt und die Kleinen schreiben fleißig meterlange Wunschzettel.

Doch irgendwann stellen Kinder die Figuren, die angeblich Christbaum und Geschenke am Heiligen Abend unbemerkt ins Haus bringen, in Frage: Gibt's den wirklich? Oder haben Mama und Papa ihre Finger im Spiel?
Wie reagieren Eltern darauf? Was tun, wenn das Kind in die Schule kommt und die Mitschüler ihm eifrig erklären, das alles, woran es bisher geglaubt hat, gar nicht stimmt?

Fantasie und Wirklichkeit

Für Familienpsychologin Mag. Sandra Velásquez ist ein Punkt ganz besonders wichtig: "Ehrlichkeit ist wesentlich. Wenn ältere Kinder ab etwa sechs Jahren Fragen stellen, sind sie oft schon soweit, dass sie die Wahrheit verstehen. Das Kind steht dann am Anfang der nächsten kognitiven Entwicklungsstufe und ist in der Lage, immer besser zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden."

Und auch jüngeren Kindern gegenüber hilft eine klare Haltung der Eltern: "Wenn die Fantasie noch sehr ausgeprägt ist, wie bei Drei- bis Fünfjährigen, kann man ruhig erklären, dass das Christkind den Eltern hilft. Die Kinder ergänzen mit ihrer Vorstellungskraft dann den Rest der Geschichte."

Und auch wenn die Kinder aus der Klasse dem eigenen Nachwuchs die Illusion nehmen wollen, so verkraftet der das oft besser, als die Eltern erwarten. "Kinder im Volksschulalter sind zunehmend selbst in der Lage, zu erkennen, dass ein 'magisches' Christkind oder Nikolaus gar nicht existiert. Studien zufolge fühlt sich auch kaum ein Kind von seinen Eltern betrogen, wenn es 'die Wahrheit' herausfindet. Kinder sind manchmal traurig, dass es solche magischen Wesen gar nicht gibt. Dann sind Beistand und Gespräche über die Gefühle wichtig."

Unterschiedliche Traditionen

Zu Paula kommt der Weihnachtsmann, zu Tim das Christkind und Ahmed feiert Weihnachten erst gar nicht: Lassen sich Kinder von unterschiedlichen Traditionen verwirren? Ganz und gar nicht, meint Sandra Velásquez, im Gegenteil: "Es gibt Unterschiede in nahezu jedem Bereich des Lebens, deshalb ist es wichtig, dass Kinder erklärt bekommen, dass Menschen auf verschiedene Arten feiern. Wichtig ist, dass respektvoll mit dieser Vielfalt umgegangen wird."

Die Moral von der Geschicht'

Ob Weihnachten oder Chanukka, Christkind oder Weihnachtsmann: Feste bringen Menschen zusammen und verbinden Werte der Wirklichkeit wie Liebe, Hoffnung, Fürsorge und Großzügigkeit mit fantastischen Geschichten, die viel Positives in sich tragen. Und das gefällt Kindern und Erwachsenen in jedem Alter.

Mag. Sandra Velásquez ist klinische und Gesundheitspsychologin und leitet eine Praxis für Kinder, Jugendliche, Eltern, Paare und Coaching in Wien Döbling.

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