Das ist erst der Anfang

Er hat mit Tom Cruise gedreht und Karl Lagerfeld sieht in ihm die nächste Marlene Dietrich – wenn er nicht so talentiert wäre, wäre Matthias Schweighöfer wohl ein It-Boy.

Er war Friedrich Schiller, hat mit Tom Cruise gedreht und Karl Lagerfeld sieht in ihm die nächste Marlene Dietrich. Wenn er nicht so talentiert wäre, wäre Matthias Schweighöfer wohl ein It-Boy.

Interview Julia Wagner Foto Thomas Leidig/Corbis Outline, 2008 Warner Bros. Ent.

Matthias Schweighöfer sitzt im Büro seiner Produktions­firma Niama Film in Berlin, kaut auf einer Tafel Schokolade herum und hat sein Telefon auf laut geschaltet, um mit der ­WIENERIN zu telefonieren. Seine drei Kollegen hören mit, tun aber so, als würden sie auf ihren Computern arbeiten, verrät der Schauspieler und entschuldigt sich, wenn einer dazwischenquatscht …

So ganz unproblematisch ist es nicht, einen deutschen Kriegshelden zu spielen. Warum wollten Sie es trotzdem tun?
Ich fand den Menschen Manfred von Richthofen einfach interessant, wie jemand mit 25 schon so viel Verantwortung für sein Land übernehmen kann.

Richthofen starb mit 26, so alt wie Sie jetzt sind. Haben Sie über die eigene Sterblichkeit mal nachgedacht?
Nee, aber beim Drehen fand ich es absurd, dass die Figur plötzlich aufhörte zu existieren, während ich noch ins Hotel gefahren bin und ein Bier getrunken habe.

Ihr Name steht im Abspann vor Stars wie Joseph Fiennes und Til Schweiger. Denkt man da: Jetzt habe ich es geschafft?
Nein, dazu kann ich mich zu sehr an die beruflichen Durchhänger erinnern. Es geht ja auch gerade erst alles los.

Sie waren mal 14 Monate lang arbeitslos, wurden aber in der Zeit mit Preisen überhäuft. Bedeuten Ihnen die jetzt noch was?
Preise sind immer toll, weil sie die Arbeit auszeichnen. Es ist aber wichtig, dass man die Kehrseite der Medaille kennt. Ich kann 95 Preise im Regal stehen haben, doch wenn keiner meine Filme guckt, ist das auch nur scheiße.

Was haben Sie in den 14 Monaten gemacht? Schauspielern wird nachgesagt, dass sie sich nicht mit sich selbst beschäftigen können …
Stimmt, man beschäftigt sich in dem Beruf immer mit so vielen Menschen, dass man zu sich selber manchmal echten Abstand kriegt und Zeit braucht, um der eigenen Person wieder hinterherzurennen. Als ich viel alleine zu Hause war, habe ich angefangen, mit mir selbst zu reden. Da sagt man Sachen wie „Das Rührei schmeckt aber gut“ und bedankt sich, dass man das gerade gesagt hat.

(...)


Matthias Schweighöfer über seine Mutter, seinen Kinderwunsch und Branchen-Bekanntschaften – in der April-WIENERIN.

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