Das ist also der Grund, warum wir lieber schreiben als telefonieren

Ihr seid nicht alleine! Immer mehr Menschen steigen vom Reden auf's Schreiben um. Aus gutem Grund?

"Telefonieren oder Schreiben?" ist eine Frage, die mittlerweile eine ganze Generation spaltet. Denn während 35+ zumindest noch zum Teil auf mündliche Gespräche setzt, sieht es bei den 18-34-Jährigen schon ganz anders aus: Telefonieren ist out - und das ist nun auch durch eine Studie belegt.

Denn seitdem Kommunikationsanbieter Whatsapp vor sieben Jahren unser Smartphone erobert hat, wird die Telefon-Funktion am Handy immer seltener genutzt. Der Instant-Messaging-Dienst macht das Telefonieren immer mehr obsolet. Dank Whatsapp kann man dem "Gegenüber" jederzeit eine Nachricht hinterlassen - ohne im nervigen Anrufbeantworter hängen zu bleiben.

Der Trend zum Texten am Smartphone wird durch diverse Kommunikations-Studien bestätigt: Eine Untersuchung des Mobil-Forschungsinstituts "RealityMine" unter 3,000 MobilnutzerInnen zeigt etwa: Innerhalb aller Generationen hat das SMS-Schreiben das Telefonieren überholt. Besonders ausgeprägt ist der Trend bei den jüngeren Nutzern und Nutzerinnen: Millennials (18-35-Jährige) greifen dreimal öfter auf Nachrichten-Apps zu, als zu telefonieren.

Aber warum hassen wir telefonieren so sehr?

Früher benutzten wir das Telefon als Mittel zum Austausch: Stundenlang gingen wir mit unserem Schnurlosgerät in der Wohnung spazieren oder wickelten das Kabel unseres Festnetztelefons so lange um unseren Finger, bis das Kabel (oder der Finger) dabei fast kaputt gingen. Doch die Zeiten der stundenlangen, glückseligen Telefonate sind vorbei und das sind häufigsten Gründe:

1. Anrufe kommen heutzutage grundsätzlich zum falschen Zeitpunkt

Wenn unser Handy läutet, dann meistens dann, wenn wir es am wenigsten erwarten. Wir sind gerade in einem wichtigen Meeting, sitzen im Kino oder stehen gerade an der Supermarktkassa und können nicht abheben.

Das Telefonklingeln versetzt uns mittlerweile also automatisch in eine ganze Menge Stress, statt Vorfreude und gute Laune.

2. Wenn der Anruf kommt, verheißt das selten etwas Gutes

Wenn wir dann doch Zeit haben abzuheben oder zurückrufen, wartet am Ende der Leitung selten Positives (Stichwort Umfrage). Millennials schrecken aus Angst vor möglichen Auseinandersetzungen daher schon prophylaktisch vor dem Telefonieren zurück und lassen den Hörer aus einem ganz praktikablen Grund liegen: Konfliktvermeidung.

3. Anrufen ist umständlich

Warum anrufen, wenn du auch einfach schnell schreiben kannst? Laut dem Magazin Inc.com reagieren Unter-35-Jährige schneller auf Informationen und brauchen daher weniger Zeit für deren Verarbeitung. Alte Technologien wie das Telefon scheinen daher - im Vergleich zur schnellen Textnachricht - einfach nur wie Zeitverschwendung.

4. Anrufen dauert lange und ist ineffizient

Heutzutage geht es besonders der jungen Generation um eines: Effizienz. Und die ist mit zeitaufwändigen Telefonaten vielmals nicht mehr vereinbar. Sogar das Anrufen beim Pizzaboten oder Taxifahrer wird uns mittlerweile durch diverse Apps (etwa Foodora oder Uber) abgenommen: In wenigen Klicks ist das Angebot sichtbar und die Bestellung erledigt. (Ganz ohne mühsames Straßennamen-Buchstabieren!)

Um die sozialen Beziehungen mit unseren Liebsten zu pflegen, sind viele also schon längst auf's Schreiben umgestiegen. Dank Emojis können wir mittlerweile auch schon in Schriftform unsere "Gefühle ausdrücken" und wenn das immer noch nicht reicht, wird via Whatsapp eine Sprachnachricht hinterlassen (- und das ist vom Telefonat eigentlich auch nicht mehr so weit entfernt).

Und wer weiß, vielleicht wartet in einigen Jahren schon das nächste Retro-Revival und das gute alte Plüschtelefon findet seinen Weg zurück in unser Herz.

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