Das "Geheimnis" zufriedener Frauen in der Arbeitswelt ist so offensichtlich

Also warum machen das nicht mehr Unternehmen?

Was muss ein Unternehmen tun, damit sich Frauen am Arbeitsplatz wohlfühlen?

Es könnte alles so einfach sein: Man befördert und rekrutiert Frauen in Führungs- und Managementpositionen und zeigt, dass das Unternehmen ein Ort ist, wo Frauen fair behandelt werden. Das Resultat: Frauen fühlen sich wohl am Arbeitsplatz. So sagen es die Daten.

Je mehr Frauen in der Führung - desto zufriedener alle Frauen

Frauen, die in Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen arbeiten, sind zufriedener. Die Daten stammen aus den USA: Die Seite Fairygodboss befragt Frauen nach ihren Arbeitgebern und lässt sie Unternehmen danach bewerten, wie die Bedingungen für Frauen sind. Gerade in den USA, wo Mutterschutz und Karenzmodelle rechtlich nicht so genau geregelt sind wie bei uns, ist das ein großes Thema. Georgene Huang, Mitbegründerin des Portals, hatte die Idee dazu, als sie nach ihrer Karenzzeit ein Unternehmen suchte, wo sie als Mutter gute Arbeitsbedingungen finden würde.

Für die Umfrage bewerteten Frauen ihre Arbeitsplatzzufriedenheit auf einer Skala von 1 bis 5. 82 Prozent der Frauen, die ihrem Unternehmen die schlechteste Note gaben, haben das Unternehmen auch als unfair bewertet. 86 Prozent der Frauen, die ihrem Unternehmen die Höchstnote gaben, gaben auch an, dass in dem Unternehmen alle die gleichen Chancen haben. "Das ist ziemlicher Hausverstand", meint dazu Georgene Huang. "Geschlechtergerechtigkeit fällt Frauen auf, sowohl in der Unternehmenskultur als auch in Führungsteams."

Frauen verdienen besser in weiblich geführten Unternehmen

Insgesamt korrelieren die beiden Faktoren - Anteil an weiblichen Führungskräften und weibliche Arbeitsplatzzufriedenheit - stark miteinander. Je glücklicher Frauen in einem Unternehmen, desto eher bleiben sie. Damit man Frauen befördern kann, braucht man sie im Unternehmen.

Wenn man bedenkt, dass 2014 nur 5,6 Prozent von Österreichs 250 Top-Managern weiblich war, ist es klar, dass es auch hierzulande noch großen Handlungsbedarf gibt. Zudem verdienen Frauen in Führungspositionen signifikant weniger als Männer in vergleichbaren Stellungen. Je höher die Position, desto höher die Gender-Wage-Gap quasi. Eine amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass weibliche Führungskräfte, die in Unternehmen arbeiten, die von Frauen geleitet werden (Geschäftsführung oder Vorstand), deutlich mehr verdienen als Frauen die in von Männern geleiteten Unternehmen arbeiten. Es spricht also viel dafür, dass wir mehr Frauen an der Spitze von Unternehmen brauchen.

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