Das Foto vom Schwarzen Loch? Hat eine Frau gemacht

Zum ersten Mal in der Geschichte gelang es, ein Schwarzes Loch zu fotografieren. Das haben wir einer Wissenschaftlerin zu verdanken: Katie Bouman.

Das erste echte Foto eines Schwarzen Lochs

Die Welt der Wissenschaft hat gestern kurz den Atem angehalten: Zum ersten Mal gelang es AstronomInnen, ein Schwarzes Loch zu fotografieren. Bisher waren Schwarze Löcher auch für die besten Teleskope unsichtbar: Sie waren zu weit entfernt und meistens zu klein. "Anschauen" konnte man sich so ein Schwarzes Loch also nur als Illustration. In einer internationalen Zusammenarbeit gelang es den ForscherInnen des Teleskopnetzwerks Event Horizon (EHT) nun aber, das erste richtige Foto eines Schwarzen Lochs aufzunehmen. Es stammt aus der Galaxie Messie 87, die 55 Millionen Lichtjahre entfernt liegt. Ein Lichtjahr sind knapp 9,5 Billionen Kilometer, das ist also ziiiemlich weit weg.

Auf dem Foto sieht man einen dunklen Fleck vor einem verschwommenen, leuchtenden orange-gelben Ring. Das sei charakteristisch und decke sich mit bisherigen Beobachtungen, heißt es. Um das Bild möglich zu machen, wurden insgesamt acht Radioteleskope auf vier Kontinenten miteinander kombiniert. Dadurch entstand ein virtuelles Superteleskop, dessen Durchmesser so groß ist wie die Erde.

Die Frau hinter dem Foto: Katie Bouman

Klingt alles ziemlich groß und beeindruckend? Ja! Und möglich gemacht hat das die 29-jährige Computerwissenschaftlerin Katie Bouman. Vor drei Jahren leitete Bouman die Entwicklung eines neuen Algorithmus, der die gesammelten Daten zusammensetzen konnte und so das Foto, das wir heute sehen können, letztlich produziert hat.

Noch ein historisches Foto

Die Wissenschaft dahinter hat mit Radiowellen zu tun. 2016 sagte Bouman: "Radio-Wellen kommen mit vielen Vorteilen. So wie sie durch Mauern gehen, können sie auch durch galaktischen Staub vordringen. Wir wären niemals in der Lage, ins Zentrum unserer Galaxie zu sehen, weil zu viel Zeugs dazwischen liegt." Bouman und ihr Team entwickelten also einen Algorithmus, der die Daten der rund um den Planeten verteilten Radioteleskope zusammengefügt und den Planeten so in eine riesige Satellitenschüssel verwandelt: Das "Event Horizon Telescope" (EHT).

Die gesammelte Datenmenge war so groß, dass sie nicht über das Internet versendet werden konnte, sondern physisch an einem Ort gesammelt werden musste. Dies geschah am Massachussetts Institute of Technology, an dem Bouman selbst studiert hat. Der Moment, als der Algorithmus aus den zusammengetragenen Daten schließlich ein kohärentes Bild zusammenfügt und Bouman realisiert, dass ihre Entwicklung funktioniert, existiert ebenfalls als Foto. Und es ist fast so gut wie das Schwarze Loch:

Gegenüber dem Guardianbetont Bouman, dass das historische Foto auf einer Teamleistung basiert: "Wir sind ein Haufen von Astronomen, Physikern, Mathematikern und Ingenieuren. Und das braucht es für etwas, das einst als unmöglich angesehen wurde." In einem Facebook-Post schreibt sie: "Kein einzelner Algorithmus oder eine einzelne Person hat dieses Foto gemacht, es war ein herausragendes Teams an WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt und Jahre harter Arbeit."

 

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