Das Eis ist gebrochen

Nicole Kidman hat das Image der unnahbaren Schneekönigin längst abgelegt. Statt Botox-Mimik ist jetzt mütterliche Weiblichkeit angesagt.

Ihre Tochter heißt Sonntag, ihr Mann hat Probleme mit dem Saufen – und der dummen alten Scientology weint sie keine Träne nach: Nicole Kidman hat das Image der unnahbaren Schneekönigin längst abgelegt. Statt Botox-Mimik ist jetzt mütterliche Weiblichkeit angesagt.

Text Peter Hiess Fotos Alan Gelati/Corbis Outline; 2008 Twentieth Century Fox

Schuld an allem ist das Wasser. Wo andere Frauen mit 41 Jahren auf Hormonbehandlungen zurückgreifen müssen, um schwanger zu werden, brauchte Nicole Kidman für ihr erstes Baby nur die Quellen der australischen Touristenregion Kununurra: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal ein Kind zur Welt bringen würde“, sagte sie in einem Interview nach der Geburt ihrer Tochter Sunday Rose im Juli. „Bei den Dreharbeiten zu Australia waren wir alle in den Wasserfällen schwimmen und danach wurden sieben Kinder gezeugt – nur eines davon ist ein Bub. Seither nennen wir es das Fruchtbarkeitswasser von Kununurra.“

Jetzt ist sie also endlich eine richtige Mutter. Isabella und Connor, die zwei Kinder, die Nicole – nach einer tragischen Fehlgeburt – mit ihrem ersten Mann Tom Cruise hatte, „bekam“ sie zwar schon mit 25 Jahren, aber nicht auf biologischem Weg, sondern durch Adoption. Seit ihr Leben jedoch ein einziger Sonntag ist, hat sie die eisige Maske von einst abgelegt und strahlt glücklich, gelassen und gutgelaunt von den Covers der Star-Illustrierten in aller Welt.

Eine dieser Zeitschriften heißt Glamour und ernennt Nicole Kidman in ihrer aktuellen Ausgabe zur „Frau des Jahres“. Der Grund dafür: ihr Arbeitsethos, das sie in nicht einmal zwei Jahrzehnten mehr als 30 Filme hat drehen lassen, ihre Offenherzigkeit bei Interviews und ihr Engagement für wohltätige Zwecke aller Art. So ist Nicole beispielsweise „Goodwill-Sonderbotschafterin“ bei UNIFEM (dem Entwicklungs­fonds für Frauen der Vereinten Nationen), setzt sich seit 1994 bei der UNICEF für die Rechte der Kinder ein, betreibt eine Internetkampagne zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen („Say no to violence“) und wirkt öffentlich an Brustkrebs-Aufklärungskampagnen mit. Kein Wunder, dass die UNO sie 2004 hochoffiziell und feierlich zum „Citizen of the World“ machte.

Nicht nur als Aktivistin, auch als Ratgeberin ist Nicole Kidman unschlagbar. Sie hat ja auch einiges zu erzählen – zum Beispiel von der Zeit, als sie als hoffnungsvolles Jungtalent nach wenig bemerkenswerten Filmen wie Die BMX-Bande aus ­Australien in die USA kam und 1989 bei den Dreharbeiten zum Rennfahrerstreifen Tage des Donners gleich einen der bereits damals wichtigsten männlichen Schauspieler Hollywoods kennenlernte: Tom Cruise. Der „Cruisinator“ trennte sich noch während des Drehs von seiner damaligen Frau Mimi Rogers, heiratete zu Weihnachten 1990 Nicole und zog sie in seine seltsame Welt aus Starallüren und Scientology hinein.

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Lesen Sie mehr in der Dezember-Ausgabe der WIENERIN: über Nicole Kidmans Leben nach Tom Cruise und ihren aktuellen Film Australia.

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