Das Busen-Universum

Seit unserer Pubertät begleiten sie uns – unsere Brüste. Sie unterscheiden uns so deutlich von Männern, wie sie einer der größten Anziehungspunkte für diese sind. Aber: Sie können noch einiges mehr (sein). Eine Liebeserklärung an die wunderbare Welt der Wölbungen.

Babys sehen Nahrung. Männer sehen Sex. Ärzte sehen Krankheit. Geschäftsleute sehen Dollarzeichen", schreibt die Genderforscherin Marilyn Yalom in ihrer Kulturgeschichte über die weibliche Brust. Doch was sehen eigentlich wir, wenn wir vorne an uns herunterschauen? Zwei erotische Wölbungen, die in Szene gesetzt werden wollen? Eine praktische Milchtankstelle? Etwas, was ruhig größer oder doch lieber kleiner ausfallen dürfte? Oder einen Herd für mögliche lebensbedrohende Erkrankungen?

Die Gedanken kreisen.

Fakt ist, Brüste sind nicht nur einfach da. Sie sind ein runder Teil von uns, um den nicht nur Männer-Gedanken beständig kreisen, sondern auch unsere. Und zwar besonders, aber nicht nur im internationalen Brustkrebsmonat. Deshalb möchten wir den Brüsten und der Vertiefung zwischen ihnen, dem Busen, im Oktober mal ein ganzes Dossier widmen. Ein Dossier, das einmal all jene Gedanken thematisiert, die wir uns täglich über sie machen. Denn wie auch immer frau zu ihren Symbolen der Weiblichkeit steht - egal sind sie keiner von uns.

Idealbilder.

Einen Bahö hat man in allen Jahrhunderten um die Brust gemacht, sagt die Kulturanthropologin Ingelore Ebberfeld. „Nur Anspruch und Mittel sind jetzt anders. Und heute wird der Busen dafür verwendet, um in der Werbung alles mögliche damit zu verkaufen." Damit beginnt das Problem unserer Zeit: Wir sehen nur noch Idealbilder von Busen. „Und das setzt Frauen unter Druck. Nirgends begegnet uns mehr ein normaler, echter Busen! Im Unterbewusstsein setzt sich das Bild des jugendlichen, straffen Idealbusens fest, dagegen können wir nichts tun."

Vielfalt.

Ein Grund für uns, in diesem Oktober-Dossier die wunderbaren Chewing Girls, eine Bilderserie von Clémence Veilhan, zu zeigen - eine Busenvielfalt, wie die Natur sie schuf.

Gedanken eines Mannes über künstliche Brüste
„Die einzige Legitimation für eine Schönheits-OP ist für mich, wenn jemand extrem unter seinem körperlichen Makel leidet. Als ich meine jetzige Frau kennen lernte, war sie schon operiert. Erst habe ich nichts bemerkt. Denn operierte Brüste greifen sich kaum anders an als natürliche, nur etwas fester. Und wenn es gut gemacht ist, merkt und sieht man kaum einen Unterschied. Außer vielleicht im Bikini. Wenn die Frau am Strand auf dem Rücken liegt, hat die Schwerkraft keine Chance ... Ob ich Natur- oder Kunstbusen bevorzuge? Ich mag jede schöne Brust, bei der die Proportionen im Verhältnis zum Körper stimmen. Zu groß fände ich weniger schön als zu klein – da bin ich wohl anders als andere Männer.“

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