Das ändert sich für Frauen im Jahr 2016

2016 wird ein frauenpolitisches Jahr - einige Gesetzesänderungen bringen Frauen in Österreich ein Stück weiter.

Von Arbeitsmarkt bis sexuelle Belästigung - einige Gesetzesänderungen und geplante Maßnahmen werden im nächsten Jahr für mehr Gerechtigkeit sorgen:

1: Vollzeitstellen bekannt geben

Mit dem neuen Arbeitsmarktpaket, das ab 1.1.2016 in Kraft tritt, kommt auch eine Änderung, von der vor allem Frauen profitieren werden. Ab 1. Jänner gibt es eine Informationspflicht für Teilzeitbeschäftigte über frei werdende Vollzeitstellen im Betrieb. Das macht es vor allem Frauen einfacher, die aufsteigen wollen, da diese die Mehrheit der Teilzeitangestellten ausmachen.

2: Sexualstrafrecht wird reformiert

Endlich ist es soweit: Po-Grapschen in der Öffentlichkeit ist ab 2016 strafbar. Bis zu sechs Monate Haft soll es für entwürdigende Berührungen an Körperstellen geben, die der "Geschlechtssphäre" zuordenbar sind. Als "Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung" werden - mit bis zu zwei Jahren Haft - nun Fälle strafbar, in denen sich Opfer aus Angst nicht wehren.

3: Steuerreform

Die Steuerreform, die ab 1. Jänner in Kraft tritt, bringt vor allem Frauen mehr Gerechtigkeit, das denn fast 90 Prozent der Frauen verfügen über weniger als 25.000 Euro steuerpflichtiges Einkommen pro Jahr. So wurde etwa der Eingangssteuersatz gesenkt und die Steuergutschrift erhöht. (Hier können Sie ausrechnen, wie viel Ihnen die Steuerreform bringt!)

4: Frauenpensionen & Gesundheit

2016 wird es mehrere Informationskampagnen geben, darunter eine über Frauenpensionen. Damit sollen Frauen über die Auswirkungen ihrer beruflichen Entscheidungen und die Höhe ihrer zukünftigen Pension informiert werden. Außerdem wird der Aktionsplan Frauengesundheit umgesetzt.

5: Mehr Einkommenstransparenz

Innerhalb der EU sind wir auf dem letzten Platz, was die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen betrifft. Erneuert wird etwa der Gehaltsrechner. Dieser soll für mehr Transparenz bei den Einkommen, bessere Orientierung und mehr Lohngerechtigkeit sorgen.

6: Kindergeld

In punkto Kinderbetreuungsgeld hat die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) angekündigt, mehr Flexibilität für die Eltern, bessere Rahmenbedingungen für den Job-Wiedereinstieg und stärkere Anreize dafür, die Kinderbetreuungszeit partnerschaftlich aufzuteilen, zu schaffen.

Rückschritte in der EU


Doch es gibt leider auch ein paar Rückschritte in Sachen Frauenpolitik - vor allem auf EU-Ebene. So kritisiert die Grüne Europaabgeordnete Monika Vana, Mitglied im frauenpolitischen Ausschuss des EP, in einer aktuellen Aussendung, dass die Frauenquote für Aufsichtsräte vor dem Aus steht. Der seit 2012 vorliegende Richtlinien-Entwurf der damaligen Kommissarin Viviane Reding sieht vor, dass Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in der EU bis 2020 verpflichtend mit mindestens 40 Prozent Frauen zu besetzen sind.

Dieser Gesetzesinitiatve - die auch eine Mutterschutz-Richtlinie zum Schutz schwangerer Arbeitnehmerinnen beinhaltet - droht das Aus. Die aktuelle Gleichstellungsstrategie der EU ist nur noch bis Ende des Jahres gültig und wird nicht erneuert.

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