Das 1x1 der Koital-Kommunikation: "Weiter links! Jaaaaa!"

Darüber reden? Super Idee! Aber wie? WIENERIN-Kolumnistin Theresa Lachner über das How-To-Sex-Talk und warum "Bescheidenheit ist eine Zier" im Bett nichts zu suchen hat.

Illustration eines Paares im Bett, daneben Kolumnenfoto von Theresa Lachner

Da gehört viel mehr drüber geredet! Das muss schon in den Schulen anfangen mit der Aufklärung!" So enden ungefähr acht von zehn Gesprächen, die ich beruflich so führe. Als eine, die eigentlich nichts anderes tut, als über Sex zu reden und zu schreiben, kann ich da nur nicken - und dann ein entschiedenes "Schon, aber" hinterherschicken. Es kommt nämlich nicht nur darauf an, dass wir viel mehr drüber reden, sondern auch: wie.

WEIBERSZENARIO. Alkohol, Nachbegackerung der letzten Nacht. Wer noch nie schon während eines One-Night-Stands darüber nachdachte, wie man die Anekdote am nächsten Tag den besten Freundinnen erzählt, werfe den ersten Stein. Und dann bin ich die Buhfrau, die "Schon, aber: Hast du ihm auch gesagt, wie du's brauchst?" fragt.

Plant man, betreffende Person nie mehr wiederzusehen, empfiehlt es sich nämlich umso mehr, im Eifer des Gefechts frühzeitig und klar zu kommunizieren:"Weiter links!", "Mach doch mal langsamer!", "Hast du ein Kondom dabei?", "Ja, genau da ist's gut!", "Nein, hör nicht auf!" Knappe Anweisungen bringen einen wesentlich weiter, als stumm darauf zu hoffen, dass er die eher unwilligen Grunzlaute korrekt dechiffriert - es ist ein One-Night-Stand, for fuck's sake, also bitte nicht in die "Bescheidenheit ist eine Zier"-Falle tappen, in der man dann für seine Unkompliziertheit möglichst lieb gehabt werden will (Spoiler Alert: klappt nie). Gern zwischendurch auch mal selbst "Gefällt dir das so?" fragen.

Etwas gefinkelter wird's, wenn's beim Langzeitliebespartner grundsätzlicher wird und es nicht mit ein bisschen In-medias-res-Nachjustierung getan ist. Ein entspannter zweisamer Moment mit Lieblingsessen, Lieblingsdrink (oder drei) und der proaktiv einleitenden Frage "Gibt's eigentlich irgendwas, was du gern ausprobieren würdest im Bett?" kann (vorausgesetzt, man erträgt die Antwort) Wunder wirken - oder zumindest ein freundliches, offenes Grundsatzgespräch eröffnen.

FEHLERFREUNDLICHKEIT. Das Mindset hierbei sollte am besten weniger "Jeder meiner bisherigen Orgasmen war vorgetäuscht, Alexander!" sein als "NOCH besser - und total spannend! - fände ich, wenn wir ". Und wenn alles Reden nix hilft: Freundinnen, der Crémant steht kalt!

 

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