Darum sollten Sie sich kein Bett mit Ihrem Partner teilen

Wer sagt, dass Männer und Frauen im Bett harmonieren müssen? Ist es nicht viel erholsamer die Nacht ohne lästige Schnarchgeräusche, den ewigen Kampf um die Fernbedienung und offene Fenster zu verbringen? Hat das Schlafen zu zweit, das populärste aller Schlafarrangements, nun ausgedient?

Sind Sie seiner schon müde? Kennen Sie das Gefühl? Nach dem berauschenden Höhenflug des Liebesrausches kommt der Aufprall auf dem harten Boden der Realität. Gemeinsame Nächte werden Routine und die damit verbundenen Irritationen kosten uns den Schönheitsschlaf: Herumgewälze, Fernsehverbot, Eiseskälte durch gekipptes Schlafzimmerfenster und der unausstehliche Lärmpegel eines Höchstleistungsschnarchers stören die heilige Nachtruhe. Sie sehnen sich danach, wieder selbst zu bestimmen, wann und wie Sie zu Bett gehen. Das Aufenthaltsverbot für Ihre Katze wollen Sie eigentlich auch wieder aufheben... Ist das normal?

Männer und Frauen haben unterschiedliche Schlafgewohnheiten

Ja, lautet die Antwort des österreichischen Schlafforschers Gerhard Klösch. Denn Männer und Frauen haben unterschiedliche Schlafgewohnheiten. Frauen sind sensibler, gehen etwas früher zu Bett und neigen eher zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen. "Zwar sagen Frauen öfter, dass sie sich mit ihrem Partner an der Seite sicherer und geborgener fühlen, gesünder ist der Paarschlaf deswegen aber nicht."

Männern geht es nur um Erholung

Frauen beurteilen die Qualität und den Erholungswert des Schlafs in den alleine verbrachten Nächten deutlich besser als die Nächte mit Partner. Das konnte durch objektive Messungen der Schlafeffizienz bestätigt werden. Bei den Männern war es genau umgekehrt: sie schliefen sowohl subjektiv als auch objektiv besser mit Partnerin.

Alleine schlafen ist erholsamer

Während Männer, so Klösch, beim Schlafen in erster Linie ein biologisches Grundbedürfnis befriedigen, ist Schlafen für Frauen ei sinnlich-emotionales Erlebnis, das in ein komplexes System einbettet ist. Die Details müssen stimmen: Von der atmosphärischen Gestaltung des Schlafraums, über dem Komfort der Matratze, der Zimmertemperatur, der richtigen Farbgestaltung der Bettwäsche, bis zu den Gerüchen und Geräuschen wird bei den Damen stets perfekten Schlafbedingungen gefeilt. Was spricht also gegen getrennte Schlafzimmer, wenn man mit der bisherigen Lösung der Zweisamkeit nicht ganz glücklich ist?

Oft schon lange Realität

Gar nichts. Schließlich ist schlafen eine der egoistischsten Beschäftigungen, denen ein Mensch nachgehen kann. Während der Paarschlaf permanentes Adaptieren, Adjustieren und Schließen von Kompromissen bedeutet, kann wirklich erholsamer Schlaf auch ganz alleine bewerkstelligt werden. Hier gilt nur abzuwägen, ob das bisherige Schlafen zu zweit aus Gewohnheit oder aus einem emotionalen Bedürfnis stattgefunden hat. In den USA und Großbritannien sind getrennte Schlafzimmer besonders bei Langzeitpaaren längst Realität.

Laut einer aktuellen, britischen Umfrage ein Viertel von 4.000 Paaren getrennt Schlafzimmer bevorzugen?

Schnarchen von drei Vierteln der Befragten als Hauptgrund angegeben wird, das Bett in Zukunft nicht mehr zu teilen?

Dass das Schlafgemach auch zur Beziehungs-Kampfarena werden kann, wenn ein Partner dem anderen bewusst durch langes Lesen oder lautes Fernsehen die Nachtruhe raubt?

Dass Männer zwar vorgeben, auf ein Paarschlaf-Arrangement verzichten zu können, aber in Wirklichkeit, (unbewusst) enorm davon zu profitieren?

Die Körperhaltung beim Paarschlaf Aufschluss über den Status der Beziehung gibt? Frisch Verliebte schlafen beispielsweise eng aneinander gekuschelt.

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