Darum sollte nach einer Vergewaltigung niemand nach dem Outfit fragen

Die Installation der University of Kansas beweist, dass die Kleidung des Opfers einer Vergewaltigung nichts mit der Tat zu tun hat.

"Hätte sie sich halt nicht so freizügig angezogen!" Es ist ein "Argument", das so alt ist wie die Tat: Vergewaltigungsopfer müssen sich immer wieder dafür rechtfertigen, was sie zum Zeitpunkt der Tat anhatten. Dabei spielt das überhaupt keine Rolle, wie jetzt eine Ausstellung der University of Kansas eindeutig zeigt.

Die Installation mit dem Titel "What Were You Wearing?" (auf dt.: Was hattest du an?) porträtiert 18 Geschichten von sexueller Gewalt und zeigt, was die Opfer zum Zeitpunkt der Tat getragen haben. Die Outfits beinhalten einen Bikini, das T-Shirt eines kleinen Jungen, ein rotes Kleid, herkömmliche T-Shirts mit Jeans und so weiter. Kurzum: die Kleidung der Opfer könnte nicht unterschiedlicher sein.

"Wir wollen, dass die Leute sich selbst in der Installation sehen, in den Beschreibungen, in den Outfits", sagte Jen Brockman von der University of Kansas gegenüber der "Chicago Tribune". "Wir hoffen, dass die StudentInnen das Narrativ als falsch erkennen, das ihnen beigebracht wurde - dass jemandes Kleidung sexuelle Gewalt hervorruft."

"Ich dachte, er ist ein netter Typ"


Die Geschichten wurden mittels einer Social-Media-Kampagne und Beratungsstellen gesammelt. Die Kleidung ist nicht die "echte" Kleidung - sie wurde anhand der Erzählungen der Opfer nachgestellt.

"Ein schwarzer Rock und ein roter Sweater", steht in einer Beschreibung. "Sie haben meiner Mitbewohnerin gehört; sie hat es mir für ein Date geborgt. Ich war so aufgeregt. Ich mochte ihn wirklich. Ich dachte, er ist ein netter Typ. Aber als ich gesagt habe, er soll mich loslassen und geweint habe, hat er nicht aufgehört."

Neben einem Männer-T-Shirt und Shorts steht: "Es ist merkwürdig; niemand hat jemals nach meinem Outfit gefragt. Sie fragen mich, ob ich schwul bin oder ob ich mich gewehrt habe und wie ich das zulassen konnte. Aber niemals nach meiner Kleidung."

Die Initiatorin der Ausstellung hofft, dass auch andere Universitäten und Institutionen die Idee aufgreifen - um die Botschaft weiterzutragen und den Opfern einer Vergewaltigung klar zu sagen: "Es ist nie eure Schuld."

Aktuell