Darum sagen Ärzte, dass Beschneidung keine gute Idee ist

Die Beschneidung ist die chirurgische Entfernung der Vorhaut, die normalerweise die Eichel des Penis bedeckt. Wir haben Vor- und Nachteile abgewägt.

Vorteile der Beschneidung

Bei der Beschneidung handelt es sich um einen schmerzhaften und stressvollen Eingriff. Behauptungen über gesundheitliche Vorteile beschränken sich jedoch auf einen möglichen prophylaktischen Vorteil im späteren Leben des Mannes.

Zum Aspekt der Hygiene ist zu sagen, dass es sicherlich wahr ist, jedoch die Mehrheit der Männer intakte Penisse haben und somit genauso "sauber" sind, wie der durchschnittliche beschnittene Penis.

Argumente gegen die Beschneidung

Bei der Beschneidung wird der empfindlichste Teil des Penis entfernt und somit gleichzeitig die normalen Mechanismen des Geschlechtsverkehrs und der Stimulation gestört.

Körperliche Auswirkungen:

  • Gewebsverlust
  • Verlust an sensorischen Nervenenden
  • Verlust des Gleitmechanismus
  • Verlust der gegenseitigen Stimulation von Vorhaut und Eichel

Tatsache ist, dass die Vorhaut ein spezialisiertes Organ ist, das eine schützende, sensorische, mechanische und sexuelle Funktion hat, was durch eine Entfernung gestört und vernichtet wird.

Die Beschneidung hat keine vorbeugende Wirkung gegen Harntraktsinfektionen, eher sogar das Gegenteil ist der Fall. Beschnittene Männer leiden deutlich häufiger an Harnröhrenentzündungen.

Weiters nimmt die Kraft, die zur Penetration benötigt wird, um das 10-fache zu, wenn die Vorhaut nicht mehr vorhanden ist.

Zum sexuellen Aspekt ist zu sagen, dass laut Urologen, die Nervenenden in der Vorhaut durch Bewegung und Dehnung stimuliert werden, was für erogene Empfindungen und für die Ejakulation ausschlaggebend ist.

Einige beschnittene Männer können an vorzeitigen Samenergüssen leiden, wegen dem fehlenden Schutz der Vorhaut.

Außerdem kann die Beschneidung des männlichen Partners auch die weibliche Sexualität beeinrächtigen. Ergebnisse einer dänischen Studie an Frauen, die sowohl mit beschnittenen, als auch mit nicht-beschnittenen Männern Geschlechtsverkehr hatten zeigte, dass sie den Sex mit nicht-beschnittenen Männern deutlich bevorzugten. Gründe dafür waren vor allem, dass bei nicht-beschnittenen Partnern in den meisten Fällen ein Orgasmus erreicht werden konnte. Hingegen bei beschnittenen Männern beklagten sich die Frauen über eine auftretende vaginale Trockenheit, was ein Symptom einer weiblichen Erregungsstörung ist.

Interessant ist ein Gesetzesentwurf, der vergangenen Mittwoch in Deutschland verabschiedet wurde.
Er schreibt vor, dass jüdische und muslimische Eltern in Deutschland künftig erst nach einer ausreichenden Aufklärung über die medizinischen Risiken, eine Beschneidung der Söhne vornehmen lassen dürfen.
Der Entwurf sieht vor, dass innerhalb der ersten sechs Monate einer von der Religionsgemeinschaft dafür vorgesehener Mann, die Beschneidung des Kindes, nach den Regeln der ärztlichen Vorschriften, durchführen darf.
In Österreich wird das Thema immer noch stark diskutiert.

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