Darum ist in Chile Kinder Überraschung und Happy Meal verboten

Die chilenische Regierung verbannt Überraschungsei und Happy Meal vom Speiseplan der Chilenen.

Wie das Greenpeace Magazin berichtet, sind Kinderüberraschungseier und Happy Meals in Chile seit Montag verboten. Konkret geht es in dem neuen Gesetz um folgendes: Chile will den kombinierten Verkauf von ungesunden Lebensmitteln gemeinsam mit Spielzeug verbannen. Die Regelung schreibt Grenzwerte für Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren vor: Pro 100 Gramm Lebensmittel dürfen nicht mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigte Fette und zehn Gramm Zucker enthalten sein. Das entspricht etwa 275 Kalorien. Überschreiten Lebensmittel diese Grenzwerte, müssen die Produkte mit einem schwarzen Warnhinweis - ähnlich wie bei Zigarettenschachteln - gekennzeichnet sein.

Fettleibigkeit bei Kinder muss bekämpft werden

Grund für diese neue Verordnung ist das wachsende Problem der Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen. „So wie wir vor fünfzig Jahren die Unterernährung der Kinder in Angriff nahmen, so müssen wir heute gegen das Übergewicht vorgehen“, sagt die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet im Greenpeace Magazin. In Chile ist jedes zweite Kind übergewichtig, hauptsächlich aufgrund von ungesunder Ernährung.

Weiters verbietet Chile seit neuestem Werbung für ungesunde Produkte, die unter 14-Jährige als Zielgruppe haben. In Schulen dürfen solche Lebensmittel nicht mehr verkauft werden.

Happy Meal und Kinder Überraschung betroffen

Von der Regel betroffen sind zum Beispiel das Kinder Überraschungsei von Ferrero, genau wie das Happy Meal bei McDonald's: Beide Produkte versuchen Kinder durch beigefügte Spielsachen zu verführen, sind aber nicht gesund. „Aus ernährungstechnischer Sicht ist das Happy Meal kein glückliches Produkt“, sagt Tito Pizarro vom chilenischen Gesundheitsministerium. „Es enthält zu viel Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren.“

Firmen wehren sich

Um ihre Produkte trotzdem weiterhin verkaufen zu können, haben sowohl McDonald's als auch Ferrero bereits auf das neue Gesetz reagiert, allerdings auf denkbar unterschiedliche Art und Weise. Während McDonald's versucht, das Happy Meal gesünder zu gestalten, will der Schokoladenhersteller juristisch vorgehen. Im modifizierten Happy Meal soll der Hamburger keine Mayonese und keinen Käse enthalten, die Pommes sollen nahezu salzlos und das Getränk kalorienarm sein. Das Gesundheitsministerum soll das neue Happy Meal noch einmal analyiseren, um zu überprüfen ob es die Ansprüche jetzt erfüllt.

Die neuen Nahrungsmittel-Regelungen sind weltweit unter den striktesten Auflagen, sie richten sich nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Damit handle es sich um „das anspruchsvollste Gesetz der Welt“ in diesem Bereich, sagt Paloma Cuchi, Vertreterin der WHO in Chile.

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