Darum dreht das Wiener Phil jedes Wochenende das WLAN ab

Immer mehr Lokale entscheiden sich bewusst dafür, das Wlan abzuschalten. Doch warum eigentlich? Wir haben beim Wiener Lokal Phil nachgefragt.

Starbucks hält uns in Sachen Internetkonsum oft genug den Spiegel vor. Egal ob am Flughafen, an großen Touristenhotspots oder in Ländern, in denen mobiles Internet zum Oberschichten-Phänomen entwickelt hat. In den Filialen großer Kaffee-Ketten ist die Datenrate des Routers wichtiger als die verwendeten Bohnensorte.

Doch es geht auch anders. Immer mehr Kaffees und Bars verzichten bewusst auf WLAN. Das Phil, die bekannte Lokalität in der Wiener Gumpendorferstraße, ist neu in dieser Runde. Kurz und bündig kündigte man via Facebook an, ab Dezember jeweils am Wochenende auf die drahtlose Verbindung zu verzichten,um stattdessen andere Dinge zu forcieren. In Hashtags ausgedrückt: #read #talk #look #kiss #dream #write.

In echten Worten beschreibt das Phil den "Digitox" gegenüber der WIENERIN so. "Für uns ist der Schritt, das Wlan am Wochenende abzudrehen, eine weitere Aufwertung der Atmosphäre im phil."

Es ist ein Rückschluss darauf, was auch die Studie "iPass Mobile Professional Report", durchgeführt mit 1700 Teilnehmern (USA und EU) vermuten lässt. Dort ist für über 40 Prozent der Befragten eine WLAN-Verbindung wichtiger als Dinge Sex, Schokolade oder Alkohol.

Die starrenden Laptopgäste

Das erlebten man auch im Phil: "Die Anzahl der Gäste, die in Laptopbildschirme starren, hat sich in den vergangenen Monaten leider zusehends erhöht. Wir möchten unsere BesucherInnen zurück in die Realität, ins Hier und Jetzt, holen. Lasst uns mehr reden, mehr küssen, mehr lesen und schauen und denken und so weiter!"

Vorerst beschränkt sich das abgedrehte WLAN auf die Wochenenden: "Jeder hat sich eine digitale Auszeit verdient, von Montag bis Freitag bleibt das Wlan bei uns - vorerst - aufgedreht!"

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