Darf man per Crowdfunding Geld für eine Abtreibung sammeln?

Anfang des Monats versuchte eine junge Frau im Internet Geld für eine Abtreibung zu sammeln. Die Userin wurde nach kurzer Zeit vom Portal GoFundMe gelöscht. Damit wurde eine Diskussion ausgelöst, was überhaupt über Fundraising unterstützt werden darf. Denn es finden sich noch ganz andere Kandidaten online.

Die Frau mit dem Nickname Bailey war schwanger und zwar schon über der 20. Schwangerschaftswoche. Neben medizinischen Problemen wollte sie auch absolut kein Kind haben und entschied sich daher über Crowdfunding finanzielle Unterstützung zu holen, um eine Abtreibung durchführen zu können. Sie inserierte auf GoFundMe, einer der drei größten Crowdfunding-Seiten weltweit. Ihr Ansuchen löste jedoch eine Welle der Entrüstung aus: Wie könne sich eine junge Frau Unterstützung für diesen Zweck erwarten? Nach Protesten änderte GoFundMe seine Nutzungsbedingungen und löschte nicht nur das Ansuchen von Bailey, sondern auch das von sämtlichen anderen Frauen, die Geld für eine Abtreibung gesammelt haben.

Ob eine Abtreibung in Fällen, in denen Mütter aus welchen Gründen auch immer das Kind nicht wollen, gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Angemerkt werden soll auch, dass in Österreich ein Schwangerschaftsabbruch nur bis Ende des dritten Schwangerschaftsmonats durchgeführt werden darf, danach nur noch bei Vorliegen von schweren medizinischen Indikationen.

Aber: Schockierend ist die Tatsache, dass GoFundMe wiederum das Anliegen von Daniel Ken Holtzclaw unterstützt. Dabei handelt es sich um einen Police Officer aus Oklahoma, der beschuldigt wird sieben afroamerikanische Frauen während seines Dienstes sexuell missbraucht zu haben. Ebenfalls auf der Seite unterstützt wurde ein Sammeln für Darren Wilson, einem Polizisten, der einen unbewaffneten Teenager in Ferguson erschossen hat. Dazu nimmt GoFundMe sogar auf der Seite Stellung und sagt, dass Kampagnen nicht von der Seite genommen werden „nur weil es ungewünschte oder unpassende Kommentare dazu gibt.“ Weiters: „GoFundMe sammelt kein Geld für Officer Darren Wilson, da keinerlei Aktivitäten gesetzt werden, um dieses Ansuchen zu unterstützen. Vielmehr verstehe sich GoFundMe als neutrale Plattform, welche es den Einzelnen ermöglicht Geld online zu sammeln.“

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