Darf man als Erwachsener noch einen Crush haben?

Schwärmen ist was für Teenager. Oder? Viele Erwachsene haben einen Crush und schämen sich dafür. Dabei ist eine Schwärmerei ganz normal!

Darf man als Erwachsener noch einen Crush haben?

Erinnert ihr euch an die Zeiten vor vielen, vielen Jahren, als man gefühlt immer für irgendjemand schwärmte? Einen Star, eine Band, Musiker*innen oder diesen Jungen oder dieses Mädchen aus dem Jahrgang über uns. Stunden verbrachte ich mit Tagträumen, malte mir aus, was passieren könnte. Hätte ich jemals auch nur einen Schritt in die Klasse des höheren Jahrgangs gemacht? Hell no! Die Person angesprochen? Eher wäre die Hölle zugefroren. Er war ein Bad boy, ich ein Bücherwurm. Mir war sehr wohl bewusst, dass wir in der Realität unmöglich funktionieren würden. Aber in meiner Gedankenwelt. Da war das ganz anders. Das kennt ihr sicher.

Auch Erwachsene schwärmen

Wer glaubt, dass so etwas nur in der Jugendzeit passiert, liegt falsch. Falls ihr zum Beispiel gerade für Arbeitskolleg*innen schwärmt – ihr seid nicht allein! Auch Erwachsene schwärmen und zwar gar nicht so wenig. Laut einer Studie aus Kanada, bei der 247 Männer und Frauen interviewt wurden, gaben ganze 80 Prozent an, während ihrer aktuellen Beziehung mindestens einen Schwarm gehabt zu haben. Das Online-Dating-Unternehmen parship fragte zusätzlich ab, für wen Männer und Frauen schwärmen. Die Gewinner in dem Ranking sind Arbeitskolleg*innen. Aber MOMENT. Während einer Beziehung für den*die Arbeitskolleg*in schwärmen klingt gefährlich! Ist das nicht der direkte Weg in eine Affäre?

Gefährliche Schwärmerei

Charlene Belu, Psychologiedoktorandin an der University of New Brunswick in Kanada forscht zu dem Thema und kann das relativieren. Sie definiert einen Schwarm in ihrer Studie wie folgt: „Sie fühlen sich zu jemandem hingezogen, mit dem Sie keine romantische oder sexuelle Beziehung haben. Diese Person mag davon wissen oder auch nicht. Vielleicht haben Sie mit der Person geflirtet, aber Sie haben noch nie versucht eine romantische oder sexuelle Beziehung mit ihr einzugehen. Und werden das vielleicht auch nie tun.“ Schwärmende wollen oft gar keinen Schritt weitergehen, ihnen reicht das Anhimmeln aus der Ferne. Nur 17 % der Befragten würde demnach seine*ihre Beziehung für den Schwarm aufgeben. Ihnen ist bewusst, dass die Tagträume besser sind, als es die Wirklichkeit wahrscheinlich wäre.

Scham für den Schwarm

Trotzdem schämen sich vor allem Frauen häufig dafür, dass sie sich von jemand anders angezogen fühlen. Frauen wurde verinnerlicht, dass sie treu sein müssen. Und allein der Gedanke an eine andere Person oder empfundene Zuneigung wird quasi wie Betrug gehandelt. Insgesamt geben Männer weit seltener an, für jemand zu schwärmen. Als Erklärung dafür wird genannt, dass schwärmen sich schwach, hilflos und passiv anfühlt. Als bei der Studie genauer nachgefragt wurde, wurde klar, dass Männer sich durchaus ähnlich verhielten wie bei einer Schwärmerei. Sie gaben dem nur einen anderen Namen.

 

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