Daniela Andersen

Die springnine-Organisatorin exklusiv im miss.at-Interview über Österreichs größtes Festival für elektronische Kunst und Musik, Ziele und Karriere...

Wie laufen die Vorbereitungen für springnine?
Es ist sehr stressig. Es läuft nie nach Plan weil man sich auf andere Leute verlassen muss. Aber es ist jedes Jahr gleich, also läuft es doch irgendwie immer nach Plan.

Das Grazer Festival jährt sich heuer zum 9. Mal. Was hat sich seit springone verändert?
Alles eigentlich. Wir sind größer geworden. springone war eine Veranstaltung von Donnerstag bis Sonntag mit fünf Locations. Es gab kein Eröffnungskonzert und nur 4.500 Besucher. Letztes Jahr sind 20.000 Besucher gekommen, es gab 16 Locations, das Festival hat fünf Tage gedauert und es gab auch viel Resonanz aus dem Ausland. Wenn man die Programmhefte vergleicht, wird einem klar, was sich alles verändert hat. Bei springone war das gesamte Heft nur in deutsch, ab springtwo dann auch englisch. Die Hefte wurden immer dicker, mit Biographien und Essays, mittlerweile ist es ein richtiger Katalog; das Festival ist bekannt, auch englische Medien berichten darüber. Große Artists fragen mittlerweile selbst bei uns an, ob sie spielen dürfen.

Werden österreichische Newcomer dabei sein, die man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte?
Ja. Korrelator war zwar auch letztes Jahr dabei, heuer aber in einer größeren Location. Fiago war auch bei der Promoparty in London dabei. Es werden österreichische Musiker dabei sein, die auch international bekannt sind, wie z.B. Fennesz oder Bernhard Fleischmann.

Sie waren auch schon Betreuerin der Babyshambles, kommen viel herum und sind nun Organisatorin von Österreichs größtem Festival für elektronische Kunst und Musik – für viele ein Traumjob. Wie ist es dazu gekommen?
Es ist kein Traumjob. Das ganze hat sich aus Idealismus entwickelt. Es ist schon klasse, aber extrem stressig. Ich mache schon seit ca. 15 Jahren Hospitality und Künstlerbetreuung und arbeite mit Agenturen zusammen. Betreuerin der Babyshambles wurde ich z.B. aus Zufall. Es hat sich einfach ergeben. Es ist wie bei jedem anderen Job. Man fängt klein an und wächst. Man steigert sich.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Dass ich springnine ohne einen Herzinfarkt oder größere Katastrophen überstehe. Und wenn es größere Katastrophen gibt, dann muss das so über die Bühne gehen, dass die Leute nichts davon mitbekommen. Danach will ich mal 14 Tage entspannen. Ich hatte seit 2003 keinen Urlaub mehr. Nächstes Jahr haben wir unser Jubiläums-springten, wir wollen besondere Performances. Mit der Planung müssen wir schon im Sommer beginnen. Es gibt immer was zu tun und es wird nie fad! „Nach dem Festival ist vor dem Festival.“

Haben Sie Tipps, die Sie jungen, karrieredurstigen Frauen geben können?
Immer auf's erste Gefühl verlassen. Mit dem Bauchgefühl liegt man meistens nie falsch. Lernt was Gescheites! Lasst euch nichts einreden. Steht dazu, was ihr tut. Auch wenn es schief läuft, steht drüber! Nehmt euch selbst nicht zu wichtig. Orientiert euch nicht an anderen, und verlasst euch nie 100%ig auf andere. Macht es selbst und kontrolliert es nach. Und habt Spaß dran!

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