Cynthia Nixon kandidiert als Gouverneurin von New York

Schauspielerin Cynthia Nixon, bekannt als Miranda Hobbes aus "Sex and the City", möchte in die Politik. Sie kandidiert als Gouverneurin von New York.

"New York ist mein Zuhause. Ich habe nie irgendwo anders gelebt“, beginnt Cynthia Nixons Kampagnenvideo auf Instagram. Die Schauspielerin möchte für das Amt der Gouverneurin von New York kandidieren. In den demokratischen Vorwahlen wird sie den amtierenden Gouverneur Andrew. M. Cuomo herausfordern.

Keine leichte Aufgabe: Cuomo hat bereits zwei Amtszeiten hinter sich und ist der Sohn eines ehemaligen Gouverneurs. Eine alte Politikerfamilie also mit mehr als 30 Millionen Dollar für die Wahlkampagne.

Nixon hingegen hat noch nie für ein politisches Amt kandidiert. Die 51-Jährige ist aber schon lange mehr als Miranda Hobbes aus Sex and the City. Seit Jahren setzt sie sich als Aktivistin für Bildungsthemen ein. In ihrem Wahlkampf dürfte sie sich links von Cuomo platzieren, wie die New York Times vermutet. Ihre Rhetorik erinnere an Senator Bernie Sanders,Hillary Clintons Herausforderer in den demokratischen Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2016.

„Wir sind der Bundesstaat mit der höchsten Ungleichheit, mit unfassbarem Reichtum und extremer Armut“, sagt sie im Kampagnenvideo während sie ihr Kind in seine öffentliche Schule bringt und mit der U-Bahn fährt. „Wir haben genug von Politikern, die sich mehr für Schlagzeilen interessieren als für uns. Es darf nicht mehr so weitergehen.“


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Natürlich hilft ihr Ruhm: 18 Minuten, nachdem sie ihre Kandidatur mit dem Video auf Twitter bekanntgab, war sie auf Platz 1 der Trending Themen in New York. Eine Million Mal wurde das Video am ersten Abend angeschaut.


So schnell geht es in der Politik freilich nicht: Erste Wahlumfragen unter den Demokraten sehen Cuomo bei 66 Prozent, Nixon bei 19 Prozent. Die Schattenseiten des Celebrity-Daseins spricht ein Mitarbeiter Cuomos an: Demokraten wären nicht an Stars als Politiker interessiert. „Sie wollen jemanden Erfahrenen, der gegen Donald Trump und die Republikaner bestehen kann.“


Die New York Times rechnet damit, dass Nixons Kampagne hauptsächlich digital passieren wird und einen rebellischen Charakter haben wird. Und trotz der Übermacht Cuomos, auch was UnterstützerInnen angeht, könnten ihre Chancen auf das Amt nicht so schlecht sein: Bei der letzten Wahl forderte die nahezu unbekannte Rechtsprofessorin Zephyr Teachout den Gouverneur heraus und erhielt mehr als 34 Prozent der Stimmen. Sie arbeitet bei Nixons Kampagne mit.


So ganz hoffnungslos ist die Kandidatur also nicht. Und: Ist sie erfolgreich, wäre Cynthia Nixon die erste Frau und die erste offen homosexuelle Gouverneurin von New York.

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