"Cushioning" ist der neue Dating-Trend, der uns gerade noch gefehlt hat

In eurer Beziehung läuft’s nicht ganz so rosig, wie du dir das vorstellst? Vielleicht betreibt dein*e Partner*in sogar "Cushioning". Was es genau mit dem shady Dating-Trend auf sich hat.

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Als wäre dieses Jahr nicht schon anstrengend genug, kommt nun auch noch ein neuer, fieser Dating-Trend um die Ecke. "Cushioning" klingt zwar erst mal recht nett und gemütlich – tatsächlich ist das Dating-Phänomen doch eher das Gegenteil.

Was ist "Cushioning"?

Das Urban Dictionary definiert "Cushioning" folgendermaßen: Zwei Personen führen eine monogame Beziehung, eine*r von beiden hält sich allerdings insgeheim andere mögliche Beziehungspartner*innen "warm", für den Fall, dass die aktuelle Beziehung in die Brüche geht. Dating Coach Tennesha Wood erklärt gegenüber Refinery29, dass es sich hierbei bereits um "emotionales Betrügen" handelt: "Zwar wird der*die Partner*in nicht physisch mit anderen intim, auf emotionaler Ebene allerdings schon, was wohl auch der Grund ist, weshalb das Ganze verheimlicht wird".

Maria Sosa, Beziehungsexpertin bei der Dating-App Clarity betont, dass es vor allem darauf ankommt, wie weit die Beziehung fortgeschritten ist. So wäre es zu Beginn einer Beziehung natürlich nicht ungewöhnlich oder verwerflich, wenn ein*e Partner*in auch mit anderen Kontakt pflegt und hier und da vielleicht noch ein bissi flirtet, gerade, wenn der Beziehungsstatus noch nicht genau definiert wurde.

Angst als Auslöser

Sosa vermutet, dass Menschen "Cushioning" betreiben, wenn sie Unsicherheit in der Beziehung verspüren oder Angst haben, sich Problemen oder schwierigen Gesprächen zu stellen. In erster Linie stünde hinter dem Verhalten die Angst, dass es mit der Beziehung nicht klappt. "Wenn wir dieser Angst nachgeben, haben wir oftmals schon verloren, da wir nur noch darüber nachdenken, wann und wie die Beziehung zu Ende geht", sagt Sosa.

Wenn jemand Angst hat, dass eine Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, versucht er alles, um die Trennung "abzufedern" (engl. "to cushion", daher der Name), erklärt die Expertin. Einige klammern sich womöglich an Gefühle aus früheren Beziehungen fest, suchen Aufmerksamkeit und Bestätigung von anderen oder wissen tief im Inneren, dass ihr*e derzeitige*r Partner*in nicht für sie geeignet ist und möchten eine schmerzhafte Trennung vermeiden.

Schutzmechanismus

Im Grunde geht es hier um Selbstschutz. Sosa erklärt, dass wir Menschen immer versuchen, uns vor Schmerz und Leid zu bewahren. Gleichzeitig rät sie, sich selbst bewusst zu machen, dass ein solches Verhalten den*die Partner*in sehr verletzen könnte und man die eigene Beziehung so selbst sabotiert.

Wer das Gefühl hat, der*die Partner*in betreibt "Cushioning", soll seine Bedenken am besten direkt ansprechen, raten die Expertinnen. Nur so kann eine Lösung gefunden werden und die Beziehung auch auf Dauer funktionieren.

 

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