Cremetiegel

Unsere Haut ist täglich einer Unmenge an Strapazen ausgesetzt. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit, Umwelteinflüsse, die die Haut verkraften muss und vor denen wir sie schützen wollen. Doch wie pflegend sind Cremes und Öle wirklich? Wir gehen dieser Frage auf den Grund.

Warum können Fett­cremes meine Haut austrocknen?


Antwort: Das Problem sind die enthaltenen Filmbildner. Diese sorgen für einen gleich­mäßigen Film auf der Haut (Filmbildner werden übrigens auch bei Haarspray und Nagellacken für ein gleichmäßiges Ergeb­nis eingesetzt). So sorgen bestimmte Fette, Öle und Wollwachse (Paraffinum, Palmitat, Oleum, Stearyl, Cetearyl, Lanolin) für ein sofortiges weiches Gefühl auf der Haut. Durch den Fremdfilm kann aber die Produktion hauteigener Substanzen ge­stört – und in Folge reduziert werden. Die Haut wird dadurch trockener und spannt, man greift zu immer reichhaltigeren Cre­men und Ölen. Ein Teufelskreis. Was hilft? Dermatologe Dr. Dieter Haar­haus, Autor von Lexikon der Beauty-Irrtü­mer (Rowohlt-Verlag, € 8,20) empfiehlt eine vierwöchige Creme-Abstinenz und danach den Umstieg auf eine filmbildner­freie Lotion mit vier Prozent Urea, einem Stoff, der gezielt Feuchtigkeit in die Haut


Naturkosmetik oder Hightech-Pflege?


Natürliche versus synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe – grundsätzlich gilt: Beide können unverträglich für den Körper sein und Allergien auslösen. Die Richtlinien bei der Herstellung und den dermatologischen Tests sind bei beiden gleich. Dennoch herrscht häufig Unbehagen gegenüber dem Wort Chemie. Der anhaltende Bio-Boom und der damit verbundene Wertewandel sorgen dafür, dass Konsumenten ein so durchlässiges Organ wie die Haut nur mit Natur verwöhnen wollen. Egal, ob Sie sich für das eine oder das andere entscheiden. Es ist eine Wahl, die auf Ihrer persönlichen Weltanschauung beruht und nicht zum ideologischen Streitpunkt ausarten soll.

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