Couchsurfing-Gastgeber soll Frauen gequält haben

In Deutschland soll ein Couchsurfing-Host seinen Gästen systematisch den Zugang zur Toilette verweigert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Eine kaputte Couch im Freien

Ein 29 Jahre alter Mann aus Hamburg bietet Reisenden seine Wohnung zum Übernachten auf einer Couchsurfing-Plattform an. Für seine Gäste, mehr als zwei Dutzend Frauen aus aller Welt, ist das Angebot zur Tortur geworden, wie der Spiegel Online berichtet. 24 Frauen sollen laut Hamburger Abendblatt Anzeige gegen den Mann erstattet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen Körperverletzung.

Beim Toilettengang gefilmt?

Der Mann soll den Frauen Getränke angeboten haben, die starken Harndrang und Bauchschmerzen auslösen. Anschließend soll er sie systematisch von Toiletten ferngehalten haben, heißt es in dem Bericht. Der Anwalt einer Frau erzählt dem Spiegel, dass der Beschuldigte seiner Mandantin die Stadt habe zeigen wollen, nachdem er ihr zu essen und zu trinken angeboten habe. Bereits als sie das Haus verließen, habe die Frau eine Toilette aufsuchen wollen, er habe sie aber nicht wieder in die Wohnung gelassen. Man käme an vielen Cafés vorbei, soll er gesagt haben. Schließlich habe sie auf ein Dixi-Klo gehen müssen. Ihrem Anwalt erzählte die Betroffene später, sie hätte den 29-Jährigen vor der Kabine mit einem Handy in der Hand beobachtet. Sie fürchtet nun, dass der Mann sie auch gefilmt haben könnte.

Die schlimmsten Bauchkrämpfe ihres Lebens

Auf der Couchsurfing-Plattform habe sie dennoch eine gute Bewertung hinterlassen, der Zusammenhang der Ereignisse sei ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar gewesen. Kurz nach der Reise sei sie aber von einer Frau kontaktiert worden, die wissen wollte, wie es ihr während des Aufenthaltes ergangen sei - denn bei ihrer eigenen Reise habe sie unter "extremen Harndrang, ständiger Müdigkeit und schweren Krämpfen gelitten", wie das "Abendblatt" berichtet. Nach und nach meldeten sich noch weitere Frauen auf die positive Rezension. Ein Opfer aus Polen erzählt, sie hätte die "schlimmsten Bauchkrämpfe" ihres Lebens gehabt. Der Beschuldigte habe mit Notizen behauptet, die Toilette sei defekt und versucht, die Besucherin vom Klo fernzuhalten. Bei der Benutzung habe sie aber gemerkt, dass die Spülung einwandfrei funktioniere.

Das Couchsurfing-Profil des Mannes ist mittlerweile offline, eine Stellungnahme ist nicht bekannt. Ob der Mann die Frauen wirklich gefilmt haben könnte, ist nicht erwiesen.

 

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