Corona-Gurgeltests an Wiener Schulen für schnellere Ergebnisse

Ist es nur ein Schnupfen oder vielleicht doch Corona? Um in Verdachtsfällen schneller Bescheid zu wissen, setzt man nun auf Gurgeltests.

Schulklasse

Der Corona-Schulbeginn habe laut Bundesministerium "gut funktioniert". Mit Stand Freitag wurden in ganz Österreich 372 Schüler*innen, 58 Lehrkräfte und 25 Verwaltungsbedienstete positiv auf das Coronavirus getestet – angesichts ca. 1,1 Mio Schüler*innen und 123.000 Pädagog*innen eine vergleichsweise niedrige Zahl. Ein Problem hat sich mittlerweile allerdings herauskristallisiert: Die Dauer der Tests. Die Verunsicherung an den Schulen ist groß, da es viele Verdachtsfälle gibt. Ein Pilotprojekt von Bildungsminister Heinz Faßmann soll nun Abhilfe schaffen.

Kinder wieder schneller in die Schule schicken

Gemeinsam mit dem Wiener Gesundheitsstadtradt Peter Hacker (SPÖ) präsentierte Faßmann heute das neue Projekt: An Wiener Schulen sollen ab sofort mobile Gurgeltests durchgeführt werden. Sobald ein Corona-Verdachtsfall auftritt, können sich Lehrer*innen und Schüler*innen nach Vorlage einer gültigen Einverständniserklärung einem Gurgeltest unterziehen. Bei Schüler*innen im Alter von sechs bis vierzehn Jahren muss die Einverständniserklärung von den Eltern unterschrieben werden. Der Gurgeltest wird direkt an der Schule unter Anleitung einer Ärztin*eines Arztes durchgeführt, wobei 30 bis 60 Sekunden lang mit einer einfachen Salzlösung gurgelt wird.

Der große Vorteil: Die Wartezeit auf das Ergebnis soll nicht länger als 24 Stunden dauern, "damit diese Zeit der Verunsicherung sehr begrenzt ist und die Kinder schnell wieder in die Schule können". Stellt sich das Projekt als erfolgreich heraus, soll es auf ganz Österreich ausgeweitet werden.

Schnell und sensibel reagieren

Paul Kimberger, Vertreter der Pflichtschullehrer*innen in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, befürwortet das Projekt, kritisiert aber gleichzeitig, dass man es schon früher hätte einführen sollen: "Jede Maßnahme, die uns hilft, das Prozedere zu beschleunigen, ist gut. Aber ich frage mich: Warum beginnt man erst jetzt damit?", wird Kimberger im Standardzitiert. Es sei inakzeptabel, wenn Direktor*innen stundenlang bei der Gesundheitshotline 1450 in der Warteschleife hingen. "Ich hätte mir eigentlich erwartet, dass die Gesundheitsbehörden aus den Erfahrungen vom Frühling lernen."

Johann Heuras, der niederösterreichische Bildungsdirektor berichtet im Ö1 Morgenjournal, dass die Lage an Schulen in Niederösterreich im Großen und Ganzen positiv sei. Allerdings wünsche er sich im Umgang mit Verdachtsfällen mehr Sensibilität. "Ein leichter Schnupfen ist nicht unbedingt ein Verdachtsfall". Kinder sollten aber auf jeden Fall zu Hause bleiben, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen. Die Flut an Verdachtsfällen sowie lange Wartezeiten auf Testergebnisse würden für Unsicherheit sorgen, weshalb es neue Maßnahmen brauche.

 

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