Compliment to the chef

Die neuesten Rezepte, Kochbücher oder Markteinkäufe - Foodblogs dienen längst als Inspirationsquelle für andere Hobbyköche. Wir haben österreichische Blogger zum Interview gebeten. Eine von ihnen ist Sonja, die auf complimenttothechef.com bloggt.

Wie wählst du in der Regel die Gerichte aus die du kochst?
Mittlerweile experimentiere ich gerne, da sich mein Geschmack auch laufend verändert probiere ich gerne neue Gerichte aus. Ich esse jetzt Sachen, die ich früher nicht angerührt hätte. Dann will ich auch immer, dass alles einfach zu kochen ist, es muss nach der Arbeit einfach auch schnell gehen und einfach machbar sein. Am Wochenende mag ich dann auch gerne mehr, längere Dinge ausprobieren. Wichtig ist auch, dass ich nicht extra Spezialgeschäfte für Lebensmittel, die ich brauche, suchen muss.

Hast du immer schon gerne gekocht?
Das hat sich ehrlich gesagt auch erst in den letzten Jahren entwickelt. Klar, war‘s bei uns zu Hause logisch dass wir Kinder in der Küche mitgeholfen haben, vor allem am Wochenende mit in die Küche gegangen sind und helfen mussten. Was natürlich nicht schlecht ist, weil man dann keine Berührungsängste hat in Sachen kochen. Kartoffelschälen, etc... Unter der Woche hat meine Mutter gekocht, oder dann später auch wir Kinder.


Wer ist also dein Kochvorbild?
Hab ich eigentlich nicht wirklich. Aber bei uns zu Hause ist abwechslungsreiche Ernährung immer ganz normal gewesen, somit auch das selber Kochen. Mama und Papa kochen gleichermaßen. Samstag, Sonntag gehört die Küche meinem Papa. Auch jetzt durch meine Blogtätigkeit und aber vor allem durch unsere Kochleidenschaft, telefonieren wir öfters wenn der andere Rezepttipps, Ideen oder Anregungen hat. Das pusht uns beide, es ist eine witzige Vater-Tochter Sache geworden. Schöne Entwicklung.

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Inspirationsquelle Familie?
Ja, das glaub ich schon. Denn was der Herr Papa da so zaubert ist schon beeindruckend. Vor allem die bodenständige Küche, da kann ich in meiner Familie so allerhand lernen.

Geht öfters mal was daneben?
Mhm. Naja, sind wir doch ehrlich, es geht bei jedem öfters mal was daneben. Aber das ist doch auch nicht weiter tragisch. Wenn ich zum Beispiel meine, die Kuchenmasse zu halbieren und in zu kleine Förmchen reinquetsche und es mir dann im Backrohr übergeht, dann bin ich halt selber schuld. Und ja, grade eben ist mir der Knoblauch schwarz geworden, weil das Öl zu heiß geworden ist...

Dein absolutes Lieblingsgericht?
Boah, da gibt's so einiges. Aber so eine gute Bolognese geht aber auf jeden Fall immer! Aber da ich so viel ausprobiere, schmeckt mir einmal das so gut, dass ich es am liebsten täglich essen könnte. Und nächste Woche ist es wieder was Anderes.

Prioritäten beim Einkauf?
Wenn mich irgendwas anlacht am Markt, dann kauf ich das schon. In letzter Zeit versuche ich das Fleisch zu reduzieren, und wenn wir Fleisch essen, dann kaufe ich Biofleisch. Wir haben da einen guten Biohof entdeckt und die Qualität ist schon eine andere, eine bessere. Es kommt immer mehr Bio in den Kühlschrank, ich esse aber im Restaurant schon alles und frag da nicht lange nach, wenn ich den Gusto habe.

Hast du eine Geheimzutat?
Nö. Gut kräftig würzen, das mag ich schon gerne. Mit Kräutern, Gewürzen, Salz Pfeffer. Bin da ganz simpel.

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Fertigessen, ja oder nein?
Es kann vorkommen ja, das gestehe ich. Grad im Büro zu Mittag, da muss es schnell gehen und satt machen. Wir kochen aber auch öfter gemeinsam frisch im Büro. Es gibt eh so viel Leichtes und Schnelles, das sich wunderbar im Büro zubereiten lässt. Früher hat man sich öfter Fertigsoßen gekauft, aber wenn man weiß, wie es selbstgemacht schmecken kann, dann schmeckt einem das auch nicht mehr.

Graust dir von einer Zutat?
Innereien, ja! Da muss ich mich erst herantasten. Aber ich hab jetzt nach Jahren wiedermal Zunge und Blutwurst gegessen und das hab ich als Kind geliebt und irgendwann hat sich das aufgehört. Ich meine, ich wusste immer was es ist. Jetzt hab ich‘s wiedermal probiert und es hat mir gut geschmeckt.

Auf welche Dinge hast du immer Gusto?
Mhm. Bei mir geht eigentlich vieles, aber das wär dann wahrscheinlich Schokolade...

Was hast du immer in deinem Kühlschrank?
Butter, Milch, Eier, guten Alkohol, diverse Antipasti, Essiggemüse, Schokolade,...


Also ein Spontanüberfall von Freunden wäre für dich verkostungstechnisch kein Problem?
Nein, das würd ich nicht so sagen, denn ich kauf eigentlich immer so ein, dass ich‘s auch gleich wieder verarbeite, nicht so die riesigen Vorräte. Klar die Basics hab ich schon in der Speisekammer, aber die frischen Zutaten kaufe ich wie gesagt frisch.

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Spielt gute Musik eine Rolle während des Kochens?
Ich hör gerne Musik, nicht nur beim Kochen. Aber manchmal machts Spaß wenn man bewusst eine CD hört die zum Essen passt. Z.B Italo-Musik beim Pastakochen.

Deine neueste Errungenschaft in der Küche?
Eine Eismaschine! Aber bis dato noch nicht eingeweiht - das kommt noch!

Warum hast du zu Bloggen begonnen?
Zum einen weil ich einfach wieder schreiben wollte, das war grad so da und nachdem sich bei mir alles um Essen und Trinken dreht, war das Thema dann schon naheliegend. Dazu kommt, dass ich von Freunden und Bekannten immer wieder die Fragen gekommen sind „was könnte ich kochen, hast du einen Restauranttipp...?" Und dann war mein Vorhaben, dass ich das alles via Blog zusammenfassen könnte und mir auch eine Art Eigenarchiv an Rezepte anlege. Und ich mach das auch jetzt immer noch, wenn ich was Bestimmtes machen will, dass ich auf meinem Blog nachschlage und dann nach diesem Rezept koche.

Hast du Ziele in Sachen Blog?
Ich bin eigentlich sehr zufrieden, wie es im Moment läuft. Ich hab keinen Abgabedruck, stelle die Rezepte online, die ich will und bin sehr happy mit der Tatsache, dass ich schon sehr viele Leute kennengelernt habe durch meinen Blog. Das macht mich happy. Ich lass mich überraschen, was da noch so kommen mag! Klar gibt's auch Momente in denen man keine Lust oder Zeit hat aktiv zu sein. Aber ich bin einfach eine, die gerne kocht und zwar genau das, worauf sie Lust hat. Meine Riesen-Geschichte ist ja die „Weil´s gut ist!"

Wo fotografierst du?
Ich hab entdeckt, dass im Badezimmer auf der Waschmaschine das Licht am besten ist! Das ist quasi mein Studio. Da kommt man eben erst drauf, wo das beste Licht ist. Das technische Know-How fehlt da etwas, bin da auch sehr intuitiv.

Kann jeder kochen?
Klar! Solange man ein Rezept lesen kann, dann kann man‘s auch probieren. Es gibt viele Rezepte, die sehr einfach geschrieben sind - einfach ausprobieren! Ich hab ja auch so angefangen. Da gibt's so viele leichte Sachen für Starter. Bei mir war‘s ein Becherkuchen zum Beispiel! Und es hat funktioniert! Bloß nicht gleich mit dem Braten beginnen!

Das erste Gericht für andere?
Das war so in der Schulzeit, für meine Geschwister und mich, da hab ich Reisfleisch gekocht. Und da hab ich eben auch experimentiert. Dachte mir das muss doch auch anders gehen und hab da mit frischem Gemüse rumprobiert.

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