Collien im Talk

Collien Ulmen-Fernandes moderiert am 31. August die deutsche Musikshow The Dome. Im Interview spricht sie über Musik, die Angst vor dem 30er und ihre Verbindung zu Österreich.

Frau Ulmen-Fernandes. Ist es etwas Besonderes für Sie The Dome 59 zu moderieren?

Collien Ulmen-Fernandes: Absolut! Sonst stehe ich ja meist einsam und alleine in meinem Fernsehstudio. Deswegen ist es immer eine tolle Abwechslung vor so einem großen Publikum wie bei der COMET-Verleihung oder The Dome zu moderieren. Die schreien, die kreischen, die jubeln, die gucken böse, wenn ihnen ein Spruch nicht gefällt, man bekommt eben direkt Resonanz.

Wie werden Sie sich darauf vorbereiten?

Ich werde mich demnächst hinsetzen und mir Moderationen überlegen. Wobei ich die nie auswendig lerne, ich merke mir nur grob, was ich erzählen möchte. Das meiste improvisiere ich. Außerdem fahre ich zu der Designerin Bibi Bachtadze um mir ein Kleid für die Show auszusuchen.

Sind Sie eigentlich vor einer Moderation bei so einem großen Publikum nervös?

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich kurz vorher etwas nervös bin. Das ist bei mir immer unterschiedlich.

Was ist der Unterschied zwischen der COMET-Verleihung und The Dome?

Der COMET ist eine Preisverleihung und da fiebert das Publikum natürlich mit, wer wohl gewinnen wird. Bei The Dome gewinnt keiner irgendetwas. Das ist einfach eine riesige Musikshow, bei der viele tolle Bands auftreten. Dafür gibt es dort auf der Aftershowparty aber auch keine frustrierten Verlierer!

Sie sind seit 22. Juni mit dem Schauspieler Christian Ulmen verheiratet und haben seitdem einen Doppelnamen. Wollten Sie ihren Nachnamen unbedingt behalten?

Ja. Ich wollte nicht nur Ulmen heißen, weil der Name natürlich hauptsächlich mit Christian in Verbindung gebracht wird. Und wenn ich dann für einen Kinofilm werbe und da steht nur Ulmen auf dem Plakat, dann denken die meisten Leute sicher an meinen Mann und nicht an mich. Deshalb wollte ich meinen Namen unbedingt behalten.

Wie schwierig ist es für Sie beide, das Private vor der Öffentlichkeit zu schützen?

Es ist schon schwierig, weil wir beide in der Öffentlichkeit stehen und so lässt es sich nur schwer vermeiden, aber wir versuchen das Private so gut es geht zu schützen.

Welche Rolle spielt Musik in ihrem Leben?

Musik ist mir sehr wichtig und spielt eine große Rolle in meinem Leben. Ich habe eine Berufsausbildung als Balletttänzerin gemacht. Da muss man natürlich ein gewisses Musikgefühl und eine Liebe zur Musik mitbringen.

Sie waren bereits mit 14 Jahren Mitglied der Band Yam Yam. Ist das eine Zeit, an die Sie sich gerne zurückerinnern?

Ja auf jeden Fall. Das war eine lustige und aufregende Zeit. Ich bin auch noch immer mit Bandkollegen befreundet. Wir hatten unter anderem Auftritte mit NSYNC und sind viel gereist. Das fand ich damals als 14-jähriges Mädchen alles wahnsinnig aufregend!

Haben Sie eigentlich eine Lieblingsband?

Ich höre total gerne die Beatsteaks.

Gibt es auch eine Band, die Sie nicht mögen?

Also zuerst muss ich sagen, ich finde die Musik dieser Band wirklich sehr gut, aber privat sind sie arrogant.

Und das wäre?

Mando Diao

Was ist mit Lady Gaga?

Lady Gaga ist für mich ein Gesamtkunstwerk. Die Kleidung ist unfassbar toll! Bevor es Lady Gaga gab, dachte man, man hätte alle erdenklichen Provokationen und sämtliche auffälligen Bühnen-Outfits bereits bei Madonna erlebt. Man dachte, alles ist schon mal da gewesen, ab jetzt kann man als Künstler nur noch nachmachen und kopieren. Doch dann kam Lady Gaga und legte in allem noch eine Schippe drauf.

Im September 2009 sind Sie aus der Pressekonferenz von Lady Gaga geflogen, weil Sie die Sängerin gefragt haben, ob sie einen Penis habe...

Ja, aber Sie hat das Gerücht auch selbst in die Welt gesetzt. Wenn man so sehr durch Provokation auffällt wie Lady Gaga, und wenn man sich Penisähnliche Dinge in die Unterwäsche steckt, dann muss man mit solch einer Frage rechnen. Und es gab eben diese sehr bekannten Bilder, wo man wirklich eindeutig etwas sehen konnte. Was die meisten Medien gar nicht mitbekommen haben ist, dass Gagas Managerin mich draußen eine halbe Stunde lang zusammengeschrien hat. Die waren tatsächlich richtig ernsthaft sauer deshalb.

Pflegen Sie Freundschaften zu bestimmten Bands oder Sängern?

Eher nicht. Das beschränkt sich alles auf das berufliche. Man interviewt die Leute und das war es dann auch schon.

Können überhaupt so etwas wie Freundschaft entstehen?

Ich denke schon. Aber es hat sich einfach noch nicht ergeben und ist auch schwierig, weil wir ja alle viel unterwegs sind und man dadurch eh kaum Zeit für Privates hat.

Bei The Dome werden Sie auch auf die Band Sunrise Avenue treffen. Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen? Sie haben ja auch in ihrem Video zu „Forever Yours" mitgespielt.

Ja klar. Ich freue mich sehr darauf. The Dome ist immer wie ein Klassentreffen und das sind wirklich lustige und sympathische Jungs.

Sie treten aber nicht nur in Musikvideos als Schauspielerin auf, sondern auch in richtigen Spielfilmen. Was ist für Sie der Reiz an der Schauspielerei?

Ich brauche einfach die Abwechslung zur Moderation und ich freue mich wirklich jedes Mal, wenn ich wieder eine schöne Rolle spielen darf. Für mich war es auch wichtig mir ein zweites Standbein neben der Moderation aufzubauen.

Drehen Sie heuer noch einen Film?

Mein nächstes Projekt drehe ich schon bald in Spanien. Das wird dann bis Ende Oktober dauern.

Sie feiern am 26. September ihren 30. Geburtstag. Haben sie Angst vorm 30er?

(lacht) Na ja, vor zwei Jahren habe ich schon gedacht „Oh nein ich werde bald 30". Aber mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen, wo das wirklich kein Problem mehr für mich ist. Ich bin da angekommen, wo ich mit 30 sein wollte.

Sie sind Tochter eines Inders und einer Deutschen. Leben Sie beide Kulturen?

Ich sehe mich eher als sehr deutsch. Ich bevorzuge die deutsche Ordnung im Vergleich zu der indischen Anarchie in vielerlei Dingen. Gerade im Straßenverkehr! In Indien hält sich niemand an Verkehrsregeln, da fahren alle wie sie wollen. Eine Fahrschule zu besuchen ist in Indien eigentlich totale Zeitverschwendung.

Verbindet Sie auch etwas mit Österreich?

Meine beste Freundin ist aus Österreich und ich habe auch schon einige Städte besucht. Ich war unter anderem in Wien, Salzburg, Graz und in Pinkafeld. Silvester habe ich auch schon mal in Österreich gefeiert. Ich wäre wirklich gerne öfters dort. Ich würde auch liebend gerne einmal in Österreich moderieren.

Collien Ulmen-Fernandes

Geboren: 26. September 1982 in Hamburg

Tanzausbildung

Ist als Schauspielerin, Fernseh-Moderatorin und Model tätig

Seit 22. Juni 2011 ist sie mit Schauspieler Christian Ulmen verheiratet

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