Closet Diving: 5 Frühlingstrends, die du wahrscheinlich schon im Kasten hast

Ausmisten ist längst nicht die einzige Möglichkeit, sich sinnvoll und nachhaltig mit dem Inhalt seines Kleiderschranks zu beschäftigen. Wer clever ist, taucht jetzt ab. Gut möglich, dass sich dabei ein paar der schönsten Trends für den Modefrühling 2020 entdecken lassen.

Übervoller Kleiderschrank

Die Mode tat sich zuletzt offensichtlich schwer damit, sich neu zu erfinden. Schon lange geht’s vielfach darum, alte, erfolgreiche Trends neu zu verkaufen. Mit frischem Twist zwar, aber eben doch mehr als Comeback denn als echte Innovation. Unser Leben in der Corona-Krise bietet die nötige Distanz, um das deutlicher zu sehen, um sich vielleicht auch mal tatsächlich freizumachen von der Lust, Dinge zu kaufen, die man eh längst im Kasten hat. Wer Mode mag und leidenschaftlich trägt, weiß, wie schwierig das sein kann. Doch Hilfe beim Fashion-Detoxen naht und sie kommt aus dem Netz.

WIEDERSEHEN MACHT FREUDE

Neben dem Ausmisten ist das Ausgraben in den sozialen Medien gerade groß angesagt. Closet Diving wird das Abtauchen in die tiefsten Tiefen des eigenen Kleiderschranks dort jetzt genannt, um – so die Hoffnung – verborgene Schätze und längst vergessene Lieblingsteile zutage zu fördern und festzustellen: So "last season" sind die alten Sachen gar nicht. Zugegeben, ein bisschen Trend-Know-how schadet dabei nicht. Deshalb kommen hier fünf Frühlingstrends, die ihr mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit so oder so ähnlich beim Closet Diving finden könntet:

1. SOMMER-BLUES: NIX GEHT OHNE DENIM

Erinnert ihr euch daran, als Britney Spears und Justin Timberlake 2001 bei einer Musikpreis-Verleihung im All-Over-Denim-Partnerlook auftraten und sich in der Mode plötzlich alles um den blauen Stoff drehte? So richtig weg war der Jeanshose-Jeanshemd-Jeansjacke-Style seither nie. Der Frühling 2020 macht da keine Ausnahme. Silhouetten und Cuts mäandern zwar immer wieder mal von extraschmal zu oversized und wieder retour. Tatsache ist aber: Denim (on Denim) ist eine sichere Nummer. Holt also ruhig alles Jeans-ige hervor. Selbst die gute, alte Schlaghose geht in diesem Frühling wieder um.

2. KLEINE FLUCHTEN: #COTTAGECORE FEIERT DAS MODISCHE LANDLEBEN

Cottage Core nennt sich ein Style-Phänomen, das aktuell vor allem auf der Social-Media-Plattform TikTok Furore macht und so ähnlich auch in den Frühling/Sommer-Kollektionen für Glückseligkeit sorgt: Midikleider, Strickcardigans, Barbour-Jacke, Kopftücher, wuchtige Boots an den Füßen und ein Bastkörbchen in der Hand. Bei TikTok gibt’s dazu noch Rougebäckchen und Schmetterlings-Filter. Ein bisschen so, als hätte sich die Queen of England in Disney’s Bambi-Wald verirrt. Doch auch im echten, filterlosen Leben funktioniert die stoffgewordene Idylle, die wir in der Vergangenheit schon so oft gesehen haben, gewohnt gut. Was nicht im eigenen Fundus auftaucht, lässt sich Second Hand en masse finden.

3. RETRO-LOVE: MAL WIEDER WIEDER DIE SEVENTIES

Tapetenmuster, Samtkleider, Polos und verwaschene Edelsteintöne, große Sonnenbrillen, Gürtel und College-Pumps: Solltet ihr Retrostücke wie diese zwischen die Finger kriegen (wenn nicht im eigenen Kasten, dann vielleicht bei Mama oder Oma?), zögert nicht. Denn der Look der 1970er, er lässt die Mode einfach nicht los. Designer*innen wie Gucci-Mastermind Alessandro Michele oder Hedi Slimane für Celine arbeiten sich Saison für Saison am Look der 1970er ab. Möglichst authentisch und unverfälscht ist der Seventies-Style trotzdem immer noch am coolsten. Wer sich in Vintage-Kleidung schnell mal verkleidet fühlt, mixt am besten mit Denim oder zeitlos schlichten Stücken.

4. KONTRA GEBEN: XL-BLAZER UND BLÜMCHEN WERDEN EINS

Blümchenkleider und Oversized-Blazer: zwei alte Bekannte. Gut möglich, dass das Blümchenkleid aus dem letzten Sommer und der übergroße Blazer eh noch griffbereit im Kasten hängen, letzterer vielleicht schon früher mal aus seinem Schrankteil in den eigenen gewandert ist und die Teile kein allzu tiefes Abtauchen verlangen. Kaum eine Saison kam zuletzt ohne diese Kleidungsstücke aus. Und so wird es wohl auch noch bleiben. Jetzt also bloß nicht ausmisten, sondern einfach zusammen kombinieren und drüber freuen, dass ein starker Look so simpel sein kann.

5. PURE ROMANTIK: SOMMERKLEIDER ZUM IMMER-WIEDER-VERLIEBEN

Wie die Modeindustrie nach Corona sein wird, weiß noch keine*r so genau. Vielleicht wie immer, vielleicht aber auch ganz anders. Momentan scheint eine Art Dornröschenschlaf über ihr zu liegen, und da passt dieser Trend ganz gut: weiße Baumwollkleider – lang, bauschig und mit vielen Stoffschichten und Volants, gepufften Ärmeln und zipfeligen Säumen. War da nicht, ganz weit hinten im Kasten, noch etwas ähnliches? (Vielleicht sogar das Brautkleid, dass du längst mal umarbeiten lassen wolltest?) Der Style ist ein Traum, aber natürlich auch nicht neu. Fad wird’s dennoch nicht. Ein breiter, schwarzer Taillengürtel etwa sorgt für neue Impulse.

 

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