Citytrip Stockholm

Ab jetzt reist miss mit Restplatzbörse jeden Monat in eine europäische Stadt und verrät euch die besten City-Tipps. Reisewillige und Kurzentschlossene müssen hier einfach nur weiterlesen. Den Rest erledigen wir.

FREITAG, 12.00
Hand aufs Herz, wer will nach einem zweieinhalbstündigen Flug gleich Sightseeing machen? Eben! Deswegen lieber die Stadtbesichtigung für Samstag aufheben. Außerdem sind Skandinavier berühmt für ihre Mode. Also nichts wie nach Södermalm zum Shoppen. Der ehemalige Arbeiterbezirk ist der In-Bezirk der Stadt, quasi das skandinavische „Berlin-Mitte", und voll mit kleinen Galerien, Cafés, Bars, und Boutiquen. Auf Södermalm (ja, das ist eine Insel, Stockholm besteht insgesamt aus 14!) gibt es vor allem zwei empfehlenswerte Viertel: SOFO (heißt so viel wie südlich der Straße Folkungagatan) und Götgatan. Wer auf der Suche nach gutem, altem Vinyl ist, ist bei Pet Sounds richtig. Secondhand mit Stil gibt's bei der Stadtmission, Stockholms Antwort auf Humana (Skanegatan 75). Unbedingt vorbeischauen bei: Grandpa (Södermannagatan 21) &Tjallamalla (Bondegatan 4). Preiswerte Fummel, die teuer aussehen, gibt's bei Cheapmonday (Götgatan 21). Die Jeans des Labels haben in Schweden Kultstatus. Gleich daneben und ebenso günstig: Monky.


16.00 Zeit für einen Café und ein Kanelbulle (eine Art Zimtschnecke). Am besten im Café SOFO oder String (Nytorgsgatan 38). Das kunterbunte Möbelsortiment steht hier übrigens auch zum Verkauf. Danach ist man fit für einen kleinen Spaziergang von der Kirche Katarina Kyrka Richtung Meer und dann die Svartangsgartan hinauf. Nur bitte nicht die neuen High Heels ausführen. Die kleinen Gässchen sind entzückend, das Kopfsteinpflaster aber halsbrecherisch! Im Mosebacken (Mosebacketorg 3) kann man bei einem schwedischen Bier den Blick über die Stadt genießen. Zum Club gehören außerdem noch ein Theater und eine Kegelbahn, wo oft coole Konzerte stattfinden. Danach geht's zum Katarinahissen. Um € 1 fährt man mit dem Lift rauf und kann den Blick über die Altstadt und den Hafen genießen. Achtung: Das Restaurant Gondolen auf der Aussichtsplattform ist schweineteuer.


20.00 Am besten vorab einen Tisch im Pelikan (Blekingegatan 40) reservieren. Hier essen coole Bohemians schwedische Hausmannskost. Danach geht's zu Fuß ins fast gegenüberliegende Och Himlen Därtill (Götgatan 78), einem Wolkenkratzer mit Cocktaillounge. Mit einem 360°-Blick über das nächtliche Stockholm schmecken auch teure Drinks gleich besser. Danach ein Taxi oder die U-Bahn (Station: Hötorget) zum Restaurant 1900 nehmen (Regeringsgatan 66). Hier ist es eher teuer (aber sehr chic), geht man aber durchs Restaurant durch, kommt man ins Kåkan, einer Bar, wo sehr gutaussehende Stockholmer gern feuchtfröhlich feiern und zu schwedischem Pop abtanzen. Zur Vorbereitung besser schon mal Musik von Robyn oder den Shout Out Louds anhören.

ANREISE UND UNTERKUNFT:
Fly Niki fliegt täglich nach Stockholm. Flugdauer: ca. 2 ½ Stunden. Die Preise variieren stark, je nachdem wie früh man gebucht hat. Flüge für November gibt’s z. B. ab € 168.

Der Arlanda Express ist die schnellste Verbindung vom Flughafen in die City nach Stockholm. In 20 Min. ist man da. Ein Retourticket kostet 240 Kronen (€ 26). Achtung: An Wochenenden, sprich Samstag / Sonntag, gibt es verbilligte Tickets um 280 Kronen
(€ 30) für zwei Personen.

miss stieg im Hotel Clarion ab, Ringsvägen 98, 10460 Stockholm. Ideal: Das stylishe Hotel liegt im In-Bezirk Södermalm, einen Steinwurf von der Einkaufsstraße Götgatan und nur zwei U-Bahn-Stationen von der Innenstadt entfernt. Außerdem steigen hier gern Rockstars ab. Als wir da waren, wurde gerade eine neue TV-Serie gedreht. Preise für Doppelzimmer variieren, im November z.B. ab ca. € 100.
Infos unter www.choice.se.

Die gesamte Reise ist buchbar bei restplatzboerse.at.


SAMSTAG, 10.00
Zu einem echten schwedischen Frühstück gehören Rollmops ebenso wie Salzgurken oder Knäckebrot. Und nein, man muss es nicht mögen! Nach dem Essen geht's zum Sightseeing. Einfach die U-Bahn bis Gamla Stan nehmen - das ist die Altstadt Stockholms. Das Nobel-Museum ist kein Muss, ein Foto der schwedischen Altstadthäuschen hier am Hauptplatz schon. Wenn die Sonne rauskommt, sitzen Touristen gern auf den Terrassen der Cafés wie Chokladkoppen oder Kaffekoppen. Tipp: Im Winter den Seiteneingang links nehmen und sich's im Kellergewölbe aus dem 13. Jahrhundert gemütlich machen. Da verirrt sich kaum ein Touri hin. Weiter geht's zur Storkyrkan. Hier hat im Juni Kronprinzessin Victoria ihren Daniel geheiratet. Dafür kommt man jetzt auch ohne Eintrittsgebühr nicht mehr in die Kirche rein.


12.00 Wer die tägliche Wachablöse vor dem königlichen Schloss sehen möchte, muss pünktlich sein. Dafür gibt's ein Riesenspektakel. Blasmusikkapelle und Düsenjägerjets inklusive. Übrigens, mit über 600 Zimmern ist das Schloss eines der größten der Welt. Die Mårten Trotzigs Gränd ist mit 90 Zentimetern dafür die engste Gasse der Altstadt. Die kann man sich aber eher sparen, denn da quetschen sich meist zu viele Touris durch. Besser in der National Gallery vorbeischauen. Und nein, das ist kein Riesenmuseum, sondern eine kleine, skurrile Galerie, die sich frecherweise nur so nennt.


13.00 Zu Fuß geht's weiter nach Östermalm, genauer gesagt ins Café Sturekatten (Riddargaratan 4). Da sieht's aus wie bei Oma zu Hause mit Blümchentapete und alten Sofas. Wir verdrücken noch mehr Kanelbulle. Danach geht's zur Promenade Strandvägen, wo die teuersten Apartments der Stadt sind. Prinz Carl Philip lebt auch hier. Von hier kann man auch eine Bootstour zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt machen. Ist ein bisschen tourimäßig, aber trotzdem schön. Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich einen Ausflug zu einer der Schären gönnen, z. B. Vaxholm. Tipp: Wer im Sommer nach Stockholm kommt, sollte den Zug nach Saltsjöbaden nehmen und dort ins alte Seebad gehen.


17.00 Wir können nicht widerstehen. In der Gegend rund um Östermalmstorg und Stureplan locken die Flagshipstores schwedischer Designer wie Acne oder Filipa K. Außerdem, schauen kostet ja nix ...


21.00 Urban Deli ist eine Mischung aus Supermarkt, Restaurant und Bar. Während wir auf unseren Tisch warten (hier scheint die gesamte In-Crowd anzustehen), trinken wir Wein und stöbern im Gourmet-Supermarkt. Die Shrimpsplatte und die Kötbuller waren das Warten aber wert. Danach ab in die Spy Bar, die berühmteste Bar der Stadt. Hier trifft man auch gern die Königskinder. Einziges Problem: Es ist schwer reinzukommen UND drinnen zu bleiben. Es passiert schnell, dass man rausgeschmissen wird mit dem Vorwand, man sei zu betrunken, erzählen uns einige Schweden. Und genauso passiert es uns auch - und wir waren NICHT betrunken. Egal, notfalls einfach ein Taxi zum Debaser in Slussen nehmen. Hier sind immer wieder gute Konzerte. Am 16.10. spielen hier z. B Hurts (www.debaser.se).


SONNTAG 10.00
Wer wie wir am frühen Nachmittag nach Hause fliegt, hat noch Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang. In Södermalm die Mäster Mikaels Gata entlang und weiter die Fjällgatan. Hier kann man zwischen alten, schwedischen Holzhäuschen den Blick aufs Wasser und den Grönalund Vergnügungspark genießen. Einen fantastischen Blick hat man auch vom vegetarischen Restaurant Hermans. Im Sommer laden im Garten Hängematten zu einem kleinen Nickerchen ein. Zum Abschluss gönnen wir uns noch eine schwedische Spezialität: Eis. Ja, Schweden sind ziemlich verrückt danach - auch im Winter. Im Café Fjällis gibt's z. B. Bubblegum Eis, das ist Tutti frutti mit schmelzenden Kaugummistückchen. Letzterer klebt zwar immer noch zwischen unseren Zähnen, als wir längst wieder im Arlanda Express sitzen, aber was soll's. Super war's.
... Übrigens, nächsten Monat geht's nach Venedig!



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