Christl Clears "Clearly in Mode": Mein Wochenende mit der Queen

Royaler Kurzurlaub in Schottland? Say no more. WIENERIN-Modekolumnistin Christl Clear ist vorbereitet, falls sich das britische Königshaus meldet - modisch und in ihrer Fantasie zumindest.

Kolumnistin Christl Clear

Lachen Sie mich nicht aus, aber manchmal stelle ich mir vor, dass mich Queen Elizabeth II. zur Spätsommerfrische ins Balmoral Castle einlädt. Quasi zum royalen Ladys-Weekend, bei dem wir spazieren gehen, über das Weltgeschehen plaudern, mit ihren Hunden Vulcan und Candy spielen, ich mich modisch inspirieren lasse und sie frage, wie lange sie das mit den "britischen" Überseegebieten noch durchziehen möchte. Natürlich trinke ich währenddessen die ganze Zeit Tee und esse Biscuits - schließlich fühlt sich der Spätsommer in Schottland eher wie Herbst an. Dementsprechend style ich mich in meinem Traum.

Ich habe gleich mehrere verschiedene Trenchcoats eingepackt: einen Klassiker ohne viel Schnickschnack, einen kürzeren für die optimale Bewegungsfreiheit und einen mit kleinen, aber coolen Details für das Instagram-Posting. Dass ich Tartan-Teile eingepackt habe, versteht sich von selbst, und dass ich meine Hosen in kniehohe Reiterstiefel stecke, wahrscheinlich auch. Für oben packe ich ausschließlich liebliche Blusen mit weiten Spitzenkrägen ein - alles andere fühlt sich nicht richtig an und passt auch nicht ganz ins Traumszenario, wenn Sie mich fragen.

Den Afternoon Tea, der uns in meiner Fantasie mit Hafermilch serviert wird, nehme ich in romantischen Maxikleidern zu mir, deren Prints zwischen Blumen, Paisley und aquarellähnlichen Mustern variieren und die ich mit einer süßen Pumps-Socken-Kombination trage. Ein Must-have für den königlichen Girls-Trip sind natürlich auch Wollwesten: Ob grob-oder feinmaschig, lang oder kurz, ist in dem Fall vollkommen egal -Hauptsache, sie halten warm und schützen alle Beteiligten vor einem etwaigen Styling-Fauxpas, bei dem zu viel Haut gezeigt wird. Schließlich möchte ich Queen Elizabeth unter keinen Umständen verärgern, wo ich doch noch wirklich viele Fragen zu Lady Diana habe.

Wir befinden uns übrigens immer noch in meiner Traumwelt, und ja, ich träume sehr präzise. Deswegen weiß ich auch ganz genau, wie mich Lizzy spöttisch, aber irgendwie auch liebevoll darauf hinweist, dass mein Fedora-Hut zwar "very fashionable" ist, aber ein Kopftuch, wie sie es gerne mal trägt, nicht davonfliegen kann und somit praktischer ist. Dass das mit meinem Afro eine Challenge ist, lasse ich im Raum stehen - und hoffe darauf, dass ich dieses Mal nicht aufwache, bevor ich Antworten auf meine Fragen zu Lady Di und den Überseegebieten bekomme.

 

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