Christl Clear: Suit up!

Wer hätte gedacht, dass Kostümchen und Hosenanzüge jemals ein modisches Statement bilden würden? Ich definitiv nicht!

Christl Clear: Suit up!

Es hat 24 Jahre und das Comeback der Oversize-Suits gebraucht, damit ich meiner Mutter verzeihe, dass sie mich zu meiner Konfirmation in einem Zweiteiler hat erscheinen lassen, der so groß war, dass ich auf dem Weg zum Altar über mein eige­nes Hosenbein gestolpert bin. Damals war ich trotzdem davon überzeugt, dass ich die ­Coolste in der Kirche bin, weil ja all die ­Rapperinnen das auch so getragen haben. Dass ich es zwischenzeitlich bereut und meiner Mama die Schuld dafür ­gegeben habe, blenden wir an dieser ­Stelle einfach aus. Jedenfalls habe ich meine Liebe zum coolen Business­look in Übergröße jetzt wieder entdeckt.

Geschenk an die Schenkel

Die Tatsache, dass bei diesem Trend auch die Hosen möglichst groß geschnitten sind, spielt mir und meinen voluminösen Oberschenkeln sehr in die Karten. Außerdem kann man diesen Look an frischen Herbsttagen genauso gut mit ­Hoodie oder Rollkragenpullover und Sneakers kombinieren wie mit Stöckelschuhen und nichts darunter, wenn’s doch noch etwas wärmer ist. Ein groß geschnittener Hosenanzug schaut einfach immer gut aus – auch, wenn man sich beim Tragen erst mal dran gewöhnen muss, dass alles etwas lockerer sitzt.

Auch Kostümchen kommen wieder zurück, und ich sag’s Ihnen ganz ehrlich: Damit habe ich in tausend Jahren nicht gerechnet. Aber jetzt, wo die Blazer-Rock-Kombi wieder ganz groß im Kommen ist, werde ich auch dazu nicht Nein sagen. Allerdings werde ich das Ganze mit einem flachen und klobigen Stiefel tragen, weil dieser Look einen Bruch braucht; zumindest für meinen Geschmack.

Nie mehr Schule

Der brave Schulmädchenlook ist nichts für mich, aber wenn er etwas für euch ist, dann empfehle ich Mary Janes oder sogar hohe Reiterstiefel dazu. Was ihr unter dem Blazer tragt, würde ich an eurer Stelle vom Wetter abhängig machen. ­Alles geht, nichts muss – wortwörtlich! Denn wenn euer Jackett gut geschnitten ist, müsst ihr tatsächlich nichts darunter tragen. Ein Poloshirt passt aber genauso gut wie ein Feinripp-Unter­leiberl und eigentlich auch eine Hemdbluse – und wenn es besonders frisch ist, vielleicht sogar ein Pullunder.

Ich bin im Team Bandshirt. Vielleicht trage ich beim nächsten Mal sogar ein Retro-Bandshirt, auf dem eine der Rapperinnen abgebildet ist, die mich schon 1997 zu diesem Trend inspiriert haben. Die haben fix auch nicht damit gerechnet, dass dieser Look wieder modern wird, und das, obwohl in der Mode alles wiederkommt – auch die Schuluniformen, die wir in jungen Jahren verschmäht haben.

 

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