Chlamydien

Die Chlamydieninfektion wird laut Sexpedmedia weltweit am häufigsten übertragen. In Österreich, so schätzt Dr. Angelika Stary, Leiterin des Pilzambulatoriums Wien, sind drei bis fünf Prozent der Bevölkerung betroffen.

Das wirklich Tückische an der urogenitalen Chlamydieninfektion, die mit Antibiotika behandelt werden muss, aber ist: Sie tut in den meisten Fällen nicht weh. Man spürt sie nicht. Oder aber es kommt zu indifferenten Symptomen wie vermehrtem Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen (was auch einer Pilzinfektion zugeschrieben werden kann). Die Folge: Der Befall bleibt mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis bei zwei von drei Frauen unentdeckt.

Betroffen sein können die Harnröhre, der Gebärmutterhals, die Gebärmutterschleimhaut und die Eileiter. Im schlimmsten Fall führt der unbehandelte Infekt zu einer Bauchhöhlenschwangerschaft, Fehlgeburten oder Unfruchtbarkeit. Bei Männern kann laut einer Studie der Umea University eine Chlamydieninfektion die Zeugungschancen um ein Drittel verringern.

Risiko für junge Mädchen
Chlamydien sind auch ein Risiko bei der Geburt, denn die Bakterien können sich auf das Kind übertragen und bei ihm so Bindehautentzündungen und Lungenentzündungen auslösen.

„Bei Schwangeren sollte eine Untersuchung auf Chlamydien deshalb Routine sein", sagt Expertin Stary. Sie plädiert auch dafür, dass sich Jugendliche checken lassen, mittels eines speziellen Abstrichs oder Urintests. Je früher sie den ersten Sex haben, desto höher das Infektionsrisiko. Denn dann sind die Schleimhäute der Genitalien noch durchlässiger für Krankheitserreger, das Immunsystem ist noch nicht eingestellt auf diese Art Bakterien.

…ist die Lehre von sexuell übertragbaren Krankheiten. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort venus („Liebeslust“) ab, früher sprach man von Venerischen Infektionen, also Krankheiten der Liebesgöttin Venus. Heute verwendet man auch im Deutschen die Begriffe STD/STI (sexually transmitted diseases/infections).
Syphilis
Gonorrhö (Tripper)
Weicher Schanker
AIDS
Hepatitis B
Für diese fünf Krankheiten gilt in Österreich die Meldepflicht.

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