China hat endlich ein Gesetz gegen häusliche Gewalt

Endlich ist es soweit: häusliche Gewalt wird in China nicht länger als eine „Familienangelegenheit“ betrachtet.

Jene, die unter häuslicher Gewalt in China leiden, können ab sofort rechtlichen Schutz in Anspruch nehmen. Bisher war häusliche Gewalt eine "Familienangelegenheit", die nicht bestraft wurde und ein großes Tabuthema darstellte.

Laut Statistiken der China Law Society sind etwa ein Drittel aller chinesischen Familien von einer Form von häuslicher Gewalt betroffen. Mehr als 90 Prozent der angemeldeten Fälle hatten mit dem Missbrauch von Frauen, Kindern und älteren Menschen zu tun. Jede vierte chinesische Frau litt oder leidet unter Gewalt in der Ehe.

Fortschritt mit Beigeschmack


Das neue Gesetz definiert häusliche Gewalt als physischen und psychischen Schaden, der von Familienmitgliedern durch körperliche Gewalt, Freiheitsberaubung oder wiederholte verbale Drohungen sowie Missbrauch verursacht wird. Beim Volksgericht können Opfer eine Schutzanordnung beantragen.

Doch das neue Gesetz ist mit Vorsicht zu betrachten. Zuvor hatte die chinesische Regierung nämlich die größte Frauenschutzinitiative des Landes schließen lassen – weil sie eine NGO und kein KP-Verein ist, wie derStandard.at berichtete. Trotz allem ist es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung.

Aktuell