Chemie in Kleidung

Die Ergebnisse einer neuen Greenpeace-Studie sind fatal: In Kinderkleidung findet sich schwere Chemiebomben. Sowohl krebserregende als auch hormonell wirksame Stoffe wurden gefunden. Ein hoher Preis ist dabei kein Garant für gute Qualität.

Für den Report „Kleine Monster im Kleiderschrank"wurden insgesamt 81 Kleiderstücke von 12 Marken in und außerhalb der EU getestet und die Ergebnisse sind erschreckend. Bei allen Labels fanden sich Weichmacher, Nonylphenolethoxylate (NPE) oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC). Diese Stoffe sind krebserregend und hormonell wirksam. Als Kinderspielzeug hätten diese keine Chance gehabt, denn die Werte sind teilweise über den erlaubten Richtlinien laut EU-Recht.

Derartige Stoffe sind zwar auch in der Erwachsenenkleidung zu finden, nur ist die Auswirkung auf Erwachsene weit nicht so groß wie auf Kinder. So können hormonell wirksame Stoffe Kinder früher in die Pubertät versetzen, die Fruchtbarkeitmindern oder die körperliche und geistige Entwicklung negativ beeinflussen - alles kein Kinderkram.

Unter den getesteten Marken befanden sich unter anderem C&A, H&M, Adidas, Disney, GAP, Nike, Puma und Burberry. Ob Diskonter oder Luxusmarke, positive Proben gab es bei allen.

Greenpeace fordert die Modekonzerne auf schädliche Stoffe künftig zu verzichten. 18 Marken haben sich bereits dazu verpflichtet bis 2020 schadstofffrei zu werden.

Um derartige Belastungen zu umgehen, könnten Eltern beim Kauf auf gebrauchte Ware oder Bio umsteigen. Leider zeigte sich bei einem Skandal 2009, dass auch das Bio-Label nicht immer ein Garant für einwandfreie Ware ist. Damals wurde aufgedeckt, dass genveränderte Baumwolle aus Indien bei Labels wie C&A, Tchibo und H&M als Bio-Produkt getarnt im Verkauf gelandet ist.

Ein schlechtes Zeichen ist es immer, wenn etwas stark ausfärbt oder schon die Inschrift „separat waschen" trägt, da in den Farben Schadstoffe sitzen. Auch der Used-Look bei Jeans sollte abgelehnt werden. Denn die Fabriksarbeiter werden bei der Herstellung dieser großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

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