Charlotte Gainsbourg

Nicht nur seinem sinnlichen Veilchenbouquet verdankt der neue Duft aus dem Hause Balenciaga seinen grandiosen Erfolg, sondern vielmehr seiner charismatischen Trägerin: Charlotte Gainsbourg. Sängerin, Schauspielerin und seit kurzem auch Muse des französischen Kultlabels.

Luftangriff. Seit sie das Rauchen eingestellt hätte, reagiert ihre Nase empfindlicher auf Gerüche, erzählt Charlotte Gainsbourg. Überall wäre sie "Luftangriffen" ausgesetzt: Dem beißenden Geruch von Kerosin, dem heimeligen Geruch von verbrannter Toast, der liebevolle Erinnerungen weckt. Reminiszenzen an ihre Vergangenheit gibt es viele: Vater Serge roch nach einer Mischung aus Tabak und Van Cleef & Arpels, Charlottes erste Liebe mit 13 nach einem Deodorant von Cacharel.

Den richtigen Riecher bewies Nicolas Ghesquière, der künstlerische Leiter des französischen Kultlabes Balenciaga. Beim gemeinsamen Mittagessen präsentierte er seiner intimen Freundin Charlotte den Entwurf einer neuen Duftkreation. Charlotte war von dem Veilchenbouquet hingerissen. "Ich liebe die Marke und seinen Stil" sagt Gainsbourg über Ghesquière "er arbeitet aus dem Bauch heraus und macht keine Kompromisse bei der Arbeit".

Lauschangriff. Instinktiv und intuitiv arbeitet auch US-Musiker Beck Hansen bei der Zusammenarbeit an Charlottes drittem Album "I.R.M.": Mit geradezu hellseherischer Fähigkeit verfasste Beck den Songtext zu Master's Hands in die Zeile Drill my brain/ All full of holes" die genau zu Charlottes Wasserschiunfall passte, bei dem sie sich eine schwere Kopfverletzung zuzog. Als Beck die Zeilen schrieb, wusste er davon nichts.

Kopfnote. "I.R.M" ist die Abkürzung des französischen Begriffs für Kernspintomografie (Imagerie par résonance magnétique). Das Album heißt so, weil erst eine Tomografie das lebensbedrohendes Hämatom im Kopf zum Vorschein brachte, das der voran gegangene Wasserschiunfall verursacht hatte.


Mit kleinen Tricks gelang es Beck, Charlotte nach 20 Jahren dazuzubringen, wieder auf Französisch zu singen: Er wolle nur wissen, wie sich sein Song Voyage auf Französisch anhören würde und ob Charlotte in übersetzen könne ... Zwar sind die Songs auf I.R.M." zum Grossteil auf Englisch, das Bekenntnis Charlottes französischen Wurzeln unüberhörbar. Mal tiefgründig, mal leichtfüßig verschmelzen auf "I.R.M." nordafrikanisches Trommelfeuer, Electro und der französische Chanson zu einer neuen Art von Musik. Einer Reise in das Universum von Charlotte Gainsbourg.

Geboren: am 21.07.1971 in London als Tochter des Skandal-Paares Serge Gainsbourg und Jane Birkin.

Gefeiert: eine ihrer ersten Filmrollen brachte ihr schon den César als beste Schauspielerin: Die kleine Diebin (1988), zweiter César für La Bûche (1999) und den Preis für die beste Hauptdarstellerin in Cannes 2009 für Antichrist.

Geliebt: mit Ehemann Schauspieler und Regisseur Yvan Attal verbindet sie 18 gemeinsame Jahre und zwei Kinder.

Gehört: “I.R.M.“ (2009), „“5:55“ (2007)


Gefilmt:Antichrist (2009), Happy End mit Hindernissen (2004), 21 Gramm (2003), Meine Frau die Schauspielerin (2001), La Bûche (1999), Die kleine Diebin (1988), Das freche Mädchen (1985)

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