Chanel verbannt ab sofort Pelz und exotisches Tierleder

Die französische Luxusmarke wird in allen zukünftigen Kollektionen keinen Pelz oder exotische Tierhäute mehr verwenden.

Exotische Tierprodukte und Chanel - das war lange Zeit eine Paarung, die Hand in Hand ging. Egal, ob auf Jacken, Taschen, Schuhen oder anderen Accessoires, Pelz und exotisches Tierleder von Krokodilen, Echsen und sogar Rochen waren über Jahrzehnte fester Bestandteil jeder Chanel-Kollektion. Nun soll damit Schluss sein, verkündet das französische Modehaus. 

Chanel stoppt Pelz

Kein Pelz? Eine "praktische" Entscheidung

Stattdessen will man in Zukunft auf nachhaltigere Materialien setzen, die einen geringeren Einfluss auf die Umwelt haben. Das Ende der Nutzung der umstrittenen Tiermaterialien hat allerdings vor allem praktische Gründe für das Unternehmen.

Es sei in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, derartige Tier-Produkte zu erwerben, die auch den qualitativen und ethischen Standards von Chanel entsprachen, erklärte Bruno Pavlovsky, President of Fashion bei Chanel gegenüber dem Branchenmedium WWD

Von Pelz hatte man sich in den vergangenen Jahren schon mehrheitlich abgewandt, trotzdem setzte man gerade bei Taschen und Schuhen gerne auf exotische Tierhäute. In zukünftigen Kollektionen ist damit Schluss, sagt Pavlovsky. Vorhandene Stücke würden zwar noch im Umlauf sein, es werde aber nichts mehr neu produziert, verspricht Chanel. An der ästhetischen Ausrichtung des Traditionshauses soll sich durch die Umstellung nichts ändern, es werde dem Designteam auch ohne diese Materialien möglich sein zu arbeiten.

In Zukunft könnten Luxusmarken wie Chanel auch vermehrt mit nachhaltigen Leder- oder sogar Fellprodukten arbeiten, die etwa im Labor hergestellt werden. So bietet die Firma "Pinatex" bereits Leder aus Ananasblättern an (mehr dazu hier), innovative Start-Ups wie Biofur haben außerdem einen Weg gefunden synthetischen Pelz (ganz ohne Tierleid) herzustellen.

Bei Peta knallen die Korken

TierschützerInnen feiern die Entscheidung von Chanel, die Tierschutzorganisation "Peta" gab in einer Presseaussendung sogar bekannt, es würden zur Feier des Tages die "Korken knallen". Gleichzeitig soll dies ein Weckruf für all jene Mode-Firmen sein, die noch mit den umstrittenen Materialien arbeiten, mit Chanel gleichzuziehen.

Zwar verkündeten kürzlich gleich mehrere Luxusmarken, darunter Gucci, Versace, Burberry oder Michael Kors, in Zukunft auf Pelz zu verzichten, trotzdem gibt es noch viele Marken, etwa Louis Vuitton oder Fendi, die weiterhin auf die umstrittenen Tierprodukte setzen. Chanel, als eines der einflussreichsten und prestigeträchtigsten Modehäuser der Welt, könnte hier einen wichtigen Anstoß liefern.

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