C’est la vie, Mavie!

Nur weil Mavie Hörbiger aus einem berühmten Schauspieler-Clan kommt, heißt das nicht, dass ihr Leben ein einziger Red Carpet ist.

Wie glamourös ist das Leben einer jungen Schauspielerin?
Meines überhaupt nicht. Im Moment ziehe ich mir ab 10 Uhr morgens auf der Probebühne im Arsenal die Holzschiefer rein, wenn ich da auf Knien herumrutsche. Wir proben gerade „Peter Pan", wo ich Tinkerbell spiele.

Und was war bisher der glamouröseste Moment deiner Karriere?
Ich war kürzlich beim Hessischen Filmpreis, da kriegt man dann ein tolles Kleid von Chanel angezogen, wird wahnsinnig schön geschminkt, trinkt wahnsinnig tollen Champagner, isst toll und feiert mit anderen Schauspielern. Aber morgens steigt man dann in den Flieger, weil man ja um zehn Uhr schon wieder bei der Probe sein muss. Und so geht das immer. Aber das ist auch das Spannende und Schöne daran.

Genießt du diese Red-Carpet-Auftritte oder sind sie notwendiges Übel?
Ich mache das ja überhaupt so selten, dass man diese Events in meiner 15-jährigen Karriere an einer Hand abzählen kann. Ich habe nämlich unglaubliche Angst vor Menschenmassen und krieg sofort Panikattacken, wenn sich so viele Leute zusammendrängen. Also, wenn ich muss, dann ja, aber nur so aus Freude besuche ich solche Events nicht, nee.

Fühlt man sich bei solchen Events denn bedrängt, weil jeder etwas von einem will?
Ich glaube, dass das vielen Leuten wahnsinnigen Spaß bringt, nur ich selbst finde es grässlich und unangenehm. Ich muss mich da dann selbst immer so ein bisschen runterholen.

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Genau genommen ist Mavie zwar eine Hörbiger, aber keine Österreicherin. Die 32-jährige Enkelin von Paul Hörbiger wuchs nämlich in München auf, lebte später in Berlin, Basel, Zürich und nun in Wien. Mit Schauspielkollege und Ehemann Michael Maertens hat sie die zweijährige Tochter Wilma.

Aber sind nicht solche Events wichtig für Schauspieler, um Kontakte zu knüpfen für weitere Jobs?
Das ist totaler Blödsinn, weil man meistens eh so besoffen ist, dass man am nächsten Tag sowieso nichts mehr weiß. Aber so alle zwei Jahre ist es ganz gut, sich auf einem Event wie der Berlinale blicken zu lassen, sodass die Leute wissen, dass man weder tot, noch dauerschwanger ist.

Stimmt es, dass du keinen Plan B hattest, falls es mit der Schauspielkarriere nichts wird?
Ja, ich habe keine Berufsausbildung und einen relativ schlechten Schulabschluss, also hätte das alles nicht so geklappt, wäre es wohl übel mit mir ausgegangen (lacht).

Ist es nicht schwierig, wenn man aus dem berühmten Hörbiger-Clan stammt und dann in so große Fußstapfen tritt?
Nein, ich bin ja nicht mit denen aufgewachsen. Ich komme aus München und mein Vater war Liedertexter, der die ganzen Texte für Udo Jürgens geschrieben hat. Meine Mutter war Architektin und Model. Schauspielerei war zu Hause nie ein großes Thema. Für die Kinder von Christiane oder Maresa Hörbiger war das sicher anders.

Wie dürfen wir uns ein Familientreffen bei den Hörbigers vorstellen?
Normal, so wie wenn sich Schauspieler halt so treffen. Christiane, Maresa oder Elisabeth sind ja sehr schüchtern und haben eine große Ehrfurcht vor diesem Beruf. Die überschütten einen immer mit so wahnsinnig viel Lob, dass man denkt: „Ich bin ja bitte das allerkleinste Rad hier in diesem Getriebe." Aber das Thema ist auch meist schnell beendet und dann reden wir über ganz andere Dinge.

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