Cellulite-Facts

Um die Dellen in der Haut von Po und Oberschenkeln ranken sich etliche Mythen. Doch welche sind tatsächlich wahr? Und was hilft wirklich gegen die optisch unschöne Bindegewebsschwäche?

Cellulite ist eine Krankheit

Falsch. Die medizinische Endung des Begriffs Zellulitis legt zwar die Vermutung nahe, dass wir es mit einer heimtückischen Entzündung der Hautzellen zu tun haben. Aber nix da! Die Cellulite ist keine Krankheit - und somit weder ansteckend, schmerzhaft, noch mit Antibiotika heilbar -, sondern lediglich eine optische Abweichung vom modernen Schönheitsideal. Sie entsteht, wenn sich Fettzellen aufplustern und durch schwaches Bindegewebe drücken. Diese werden dann als Erhebungen auf der Hautoberfläche sichtbar. Hinzu kommt, dass sich an diesen Stellen der Stoffwechsel verschlechtert und sich deshalb dort Wasser einlagert.

Einmal Cellulite, immer Cellulite


Richtig. Die schlechte Nachricht: Wer die Cellulite einmal hat, wird sie nicht mehr los. Oder mit den Worten von Cellulite-Experte Ilja Kruglikov: "Man hat schon oft behauptet, die Cellulite endgültig besiegt zu haben. Die Einzige, die das wohl nicht mitbekommen hat, ist sie selbst." Aber ihr Erscheinungsbild lässt sich durch eine gesunde Ernährung, Sport und durchblutungsfördernde Maßnahmen (Eincremen, Bürstenmassagen und Wechselduschen) zumindest verbessern.

Cellulite ist weiblich

Richtig. Frauenhaut ist weicher und elastischer als die von Männern. Schließlich soll untendrunter irgendwann mal eine pralle Babykugel Platz haben. Um dies zu ermöglichen, sind die Kollagenfasern im weiblichen Bindegewebe nebeneinander angeordnet, während Männer ein engmaschiges, netzartig verwobenes Bindegewebe haben. Die weibliche Haut ist somit dehnbarer, aber gleichzeitig auch schwächer bzw. fettzellen-durchlässiger. Hinzu kommt, dass Männer hormonell bedingt weniger Fettpölsterchen an Oberschenkeln und Po ablagern. Nichtsdestotrotz gibt es durchaus auch einige Männer, die mit Orangenhaut kämpfen.

Cellulite bekommt man nur an Po und Beinen

Falsch. Das Hinterteil und die Oberschenkel sind zwar deutlich anfälliger für Cellulite, da die zugrundeliegenden Fettzellen hormonell bedingt ein Faible für diese Körperregionen haben. Zumindest machen sie sich dort (wortwörtlich) am liebsten breit. Aber auch Oberarme und Bauch sind leider nicht hundertprozentig sicher vor den Dellen. Vor allem bei Frauen, die etwas mehr auf den Rippen haben.

Cellulite schaut immer gleich aus


Falsch. Man unterscheidet übrigens drei Ausprägungsgrade: in Grad 1 sind die Dellen nur beim Zusammendrücken der Haut sichtbar, in Grad 2 schon im Sitzen und Liegen und in Grad 3 blöderweise immer. Und: auch ganz junge Mädchen müssen sich nicht schämen, wenn sie an ihren Schenkeln die ersten Dellen entdecken. Bei manchen macht sich Cellulite schon ab etwa 14 Jahren bemerkbar - das ist völlig normal.

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So machst du Schluss mit dem Dellen-Desaster:

TOP

Die Ernährung umstellen. Vor allem bei Fett, Zucker und Kohlenhydraten solltest du einen Gang zurückschalten.

Nichtraucher werden. Das schont nicht nur Gesundheit und Geldbeutel, sondern auch das Bindegewebe.

Sport treiben. Optimal sind sanfte Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren. Beim Joggen sind sich Forscher noch unsicher, ob es durch die permanenten Erschütterungen dem Bindegewebe schadet und somit Cellulite fördert.

Auf Koffein setzen. Regelmäßig geschmiert, lässt es nachweislich das Fett schmelzen und somit auch die Dellen schrumpfen.

FLOP

Stets knallenge Hosen tragen. Durch den ständigen Druck muss das Bindegewebe weniger arbeiten und wird automatisch schwächer.

Nachsalzen. Das führt nur zu unnötigen Wassereinlagerungen. Stattdessen lieber mit Kräutern würzen.

Über die Orangenhaut anderer Mädels lästern. Erstens ist es als Frau völlig normal, Cellulite zu haben, und zweitens weisst du nie wann es dich selbst erwischt.

Nur dicke Menschen haben Cellulite

Falsch. Bei zuviel Konsum von Fett, Zucker und Kohlenhydraten wird jedes Bindegewebe früher oder später schwach - und die Fettzellen, die sich durchs Bindegewebe hindurchzwängen können, größer. Dementsprechend wird Cellulite mit zunehmenden Körperumfang umso wahrscheinlicher bzw. sichtbarer. Aber selbst ernährungsbewusste Top-Athletinnen wie Maria Sharapova und Size Zero-Klappergestelle wie Victoria Beckham sind nicht vor der Orangenhaut sicher. Das liegt daran, dass auch durchtrainierte und dürre Frauen, das bisschen Körperfett, welches sie noch auf den Knochen haben, zumeist an Schenkeln und Po speichern. Außerdem ist ein schwaches Bindegewebe biologisch vererbbar. Wenn also schon Mama und Oma eine ausgeprägte Cellulite haben, steigt leider auch die eigene Dellen-Gefahr.

Gegen Cellulite kann man nichts machen


Falsch. Laut Hautarzt Dr. Markus Dawid ist eine Kombination aus Sport und Ernährungsumstellung immer noch die beste Methode, um Cellulite zu mildern. Von Radikaldiäten (oder gar Fettabsaugung) ist dagegen dringend abzuraten. Durch die krasse Gewichtsabnahme und den unvermeidlichen Jojo-Effekt würde das Bindegwebe nur noch schneller schlappmachen.

Knackige Bräune kaschiert

Richtig. Durch eine dunklere Hautfarbe werden die Dellen zwar nicht komplett unsichtbar, aber sie stechen dem Betrachter zumindest weniger schnell ins Auge. Allerdings ist von übermäßigen Sonnenbädern unbedingt abzuraten, weil die UV-Strahlen dem Bindegwebe schaden und somit die Entstehung der Orangenhaut weiter fördern. Die optimale Lösung: Selbstbräuner. Um den Kaschier-Effekt zu verstärken, einfach am Tag nach der ersten Selbstbräuner-Session eine zweite Schicht nur auf Oberschenkel und Po auftragen. Hände weg dagegen von Schimmerprodukten! Die Hügellandschaft wird sonst zum unfreiwilligen Hingucker.

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