Catcalls: "Du geile Sau, krieg ich deine Nummer?"

Belästigung ist für Frauen allgegenwärtig. Eine Kunstinitiative in Wien macht verbale Belästigung sichtbar.

Catcalls of Vienna

Leider müssen auch heuer viele Frauen eine traurige Bilanz ziehen: Sexuelle Belästigung und Catcalling sind allgegenwärtig. Fast jede Frau in der Stadt kennt das Problem: Es wird wärmer und man fährt das erste Mal mit dem Rad und einer Hose, die etwas Bein zeigt durch Wien und kann sich vor Catcalls kaum retten.

Aber was sind Catcalls? Dazu zählt ein nachgerufenes "Geile Sau!" genauso wie Aufforderungen wie "Hey! Komm ficken!". Wenn euch jemand auf der Straße fragt, ob ihr ihn*sie bitte anlächelt, zählt das genauso dazu, wie wenn euch nachgepfiffen wird. We get the drill und viele von uns kennen es wahrscheinlich am eigenen Leib.

Sichtbare Belästigung

Die Initiative Catcalls of Vienna hat es sich zur Aufgabe gemacht, verbale Belästigung sichtbar zu machen, und sammelt Sprüche, die die Aktivist*innen mit Kreide auf die Straße schreiben. Diese Gruppe junger Menschen gibt es nicht nur in Wien sondern in vielen Städten weltweit. Sie sind Teil einer internationalen Bewegung, die ihren Ursprung in New York hat.

Aber die Initiative ist nicht nur ein Kunstprojekt: Die freiwilligen Mitarbeiter*innen fungieren auch als Psycholog*innen, denen Frauen ihre Geschichten erzählen. Auf Instagram rufen sie dazu auf, dass man seine Erfahrungen mit Catcalls teilt und viele Frauen melden sich dort um ihre Geschichten zu erzählen. Und auch auf der Straße, wenn sie die Sprüche mit Kreide verewigen, kommen sie vermehrt mit Menschen ins Gespräch, denen sie erklären, worum es geht und wieso sie sich dafür einsetzen.

Gemeinsam mit Kolleg*innen aus Graz haben die Wiener*innen außerdem eine Petition gegen Catcalling gestartet und fordern, dass verbale sexuelle Belästigung strafbar wird. Es soll ihrer Meinung nach kein Kavaliersdelikt bleiben, da sie durch persönliche Erfahrung und die Geschichten der Frauen, mit denen sie sprechen, auch wissen, dass manche Frauen lange damit kämpfen und sich dadurch im öffentlichen Raum unsicher und ausgeliefert fühlen. Unterstützen kann man die Petition unter openpetition.eu.

 

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