Caring Masculinity: Passt der Papa heute auf?

"Caring Masculinity“ ist ein Gegenentwurf zu alten Rollenklischees: Ein Begriff für ein neues, positives Männerbild, bei dem Männer eine fürgsorgliche Rolle übernehmen.

Papa und Tochter

Familienernährer, unkaputtbar und dominant? Aus der Forschung wissen wir: Traditionelle Männlichkeit fördert Übergriffe und Gewalt, schadet den Männern selbst und führt zu ungerechter Aufteilung von Sorgearbeit und Kindererziehung. Unter dem Begriff "Caring Masculinity" werden neue Gegenentwürfe zu alten Rollenbildern gefasst.

Fürsorgliche Männer anstatt harter Kerle

In den 2000er Jahren kam das Care-Thema in der Männlichkeitsforschung auf. Das European Institute for Gender Equality definiert den Begriff "Caring Masculinity" als "opposite of hegemonic masculinity": Männer übernehmen eine fürsorgliche Rolle anstatt ausschließlich für die finanzielle Absicherung zuständig zu sein. "Caring Masculinity" sieht eine tiefgreifende Transformation des Geschlechterverhältnisses vor und strebt gleichberechtigte Partnerschaften und gemeinsame Sorgeverantwortung an.

Traditionelle Rollenbilder haben auch für Männer negative Folgen

Dass traditionelle Geschlechterrollen erhebliche Nachteile für Frauen haben, ist keine Neuigkeit. Die American Psychological Association (A.P.A.) veröffentlichte Anfang des Jahres eine Studie, die belegt, dass traditionelle Rollenbilder auch Männern schaden können: Die Wissenschaftler*innen kamen zu der Erkenntnis, dass traditionelle Männlichkeitskonzepte in einem negativen Zusammenhang mit psychischer Gesundheit stünden. So würden "typisch männliche" Eigenschaften wie ausgeprägtes Leistungsdenken, die Vermeidung von Schwäche oder eine höhere Risikobereitschaft dazu führen, dass Männer seltener um Hilfe bitten oder Ärzt*innen und Therapeut*innen aufsuchen.

Es muss sich was ändern

Wie können Männer ermutigt werden, sich traditionellen Rollenerwartungen zu widersetzen und mehr Fürsorgearbeit zu übernehmen? Was braucht es an Rahmenbedingungen - von Arbeitszeiten bis hin zu Karenzmodellen? Nur 21 Prozent der Männer kümmern sich täglich um ihre Kinder, Enkel oder ältere Menschen. Auf der Familienbühne beim WIENERIN #aufstand am 17. November diskutieren wir darüber, wie es besser gehen könnte. Denn: Eine gerechte Gesellschaft braucht fürsorgliche Männer.

Warum lassen sich Frauen das gefallen? Wir finden: Es ist Zeit für einen #aufstand!

Komm zum 1. WIENERIN #aufstand und diskutiere mit uns, welche Veränderungen wir in Österreich brauchen. Zum Programm.

aufstand füße

WIENERIN #aufstand
Sonntag, 17. November 2019
opendoors 13 Uhr, Beginn 14 Uhr
RadioKulturhaus, 1040 Wien

Eintritt frei, Plätze limitiert - hier geht's zur Anmeldung!

 

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