Cara Delevingne: Warum es gefährlich ist Bilder ihres vermeintlichen Nervenzusammenbruchs zu teilen

Sorge oder Sensationslust? Warum wir aufhören müssen Bilder von (mental) kranken Stars zu teilen.

Cara Delevingne bei der Premiere des Kinofilms Paper Towns / Margos Spuren

Cara Delevingne ist ein Multitalent. Neben ihrer Rolle als Enchantress in der Comic-Verfilmung Suicide Squad brillierte die Schauspielerin bereits für große Modehäuser auf dem Laufsteg – Louis Vuitton, Dolce & Gabbana und DKNY sind nur drei davon. Außerdem ist die 30-Jährige seit 2019 in der Fantasy-Krimi-Serie Carnical Row als Hauptdarstellerin neben Orlando Bloomzu sehen.

Für diese Schlagzeilen verdient die Schauspielerin Aufmerksamkeit. Doch seit einigen Wochen kursieren Videos und Fotos des Models auf Instagram, durch die ihre Karriere in den Schatten gestellt wird: Denn Cara soll vor einem mentalen Zusammenbruch stehen. Fans und Magazine würden sich wegen ihres angeblichen Drogenmissbrauchs "große Sorgen" machen.

Haben wir bereits vergessen, was die Folgen eines so öffentlich berichteten und vermeintlichen Nervenzusammenbruchs sein können? Stichwort: #FreeBritney. Warum diese mediale Aufmerksamkeit toxisch ist und wir aufhören müssen Bilder (mental) kranker Stars zu teilen.

Hintergrund

Anonyme Quellen, die seit Anfang August in der Öffentlichkeit über den vermeintlich schlechten mentalen Zustand von Cara Delevingne sprechen. Freund*innen, wie Schauspielkollegin Margot Robbie, die Caras Haus weinend verlassen. Angeblich soll das Topmodel Hilfe aus ihrem Umfeld nicht annehmen wollen.

Doch wissen wir das wirklich? Außerdem gibt es Aufnahmen, auf denen man das Supermodel ohne Schuhe und mit ungewaschenen Haaren auf dem Flughafen herumirren sieht. In den vergangenen Wochen machen diese Videos im Netz die Runde. Ironischerweise trägt das Model auf den Bildern ein Shirt mit dem Aufdruck der Musikerin Britney Spears.

#FreeBritney

Britney rasierte sich 2007 vor mehreren Fotograf*innen und Paparazzi die Haare ab, erlitt öffentlich einen Nervenzusammenbruch und wurde dabei fotografiert. Die Bilder der Sängerin wurden weltweit verkauft. Als Folge wurde Britneys Vater zu ihrem rechtlichen Vormund. Als 2021 durch die Dokumentation "Framing Britney" die dunklen Details dieser Vormundschaft ans Licht kamen, war die Öffentlichkeit schockiert.

Jeder Aspekt ihres Lebens wurde nämlich 13 Jahre lang von Britneys Vater kontrolliert. Mithilfe der Bewegung #FreeBrtiney endete die tückische Vormundschaft Ende 2021. Ist es das, was wir für Cara Delevingne wollen? Ein weiterer Hashtag und eine weitere Schlagzeile?

Sorge oder Sensationslust?

In den 2000ern war es besonders populär das Leben, aber besonders die Skandale, der Stars möglichst medienreif zu präsentieren. Körperformen, Liebesbeziehungen und Alkoholmissbrauch dominierten die Medien. Britney Spears, Lindsey Lohan und die Olsen Twins sind nur wenige Beispiele der Popkultur und dafür, was mediale Aufmerksamkeit mit (mental) kranken Menschen machen kann. Und heute?

Nicht nur Nachrichten, sondern auch Fans, die in Sozialen Medien die erniedrigenden Aufnahmen liken, posten und sharen, tragen, dazu bei, dass sich diese Narrative hält. Und genau das ist gefährlich. Es ist wichtig, dass Menschen, die möglicherweise mentale Probleme haben, respektvoll behandelt werden. Von den Medien, aber auch von ihren Fans.

Ist es da wirklich zuträglich, Fotos und Videos von Menschen mit vermeintlich mentalen Problemen im Netz zu teilen? Sollte Cara Delevingne derzeit tatsächlich mit ihrer Psyche kämpfen, sind Schlagzeilen und virale Videos das Letzte, was sie jetzt braucht. Lasst uns aus unseren Fehlern lernen. Wir müssen Cara, ihrer Familie, aber auch ihren Freund*innen Raum geben und haben ihren Zustand nicht zu kommentieren. Und das sollte jede*r akzeptieren.

 

Aktuell