"Captain Marvel" wird das feministische Erwachen im Superhelden-Kino, auf das alle gewartet haben

Auch der zweite Trailer von Marvels erstem Superheldinnen-Film verspricht: Gänsehaut (nicht nur) für FeministInnen.

***Achtung: (ein paar kleine) SPOILER  über die Filme aus dem Marvel Cinematic Universe***

Frauen existieren in der SuperheldInnenwelt des Marvel Cinematic Universe (kurz: MCU). Sie haben sogar Charakter und diverse Persönlichkeiten, was in Film und Fernsehen immer noch eine Seltenheit ist. Und sie sind divers! Sie sind weiß und blond, sie sind Schwarze Frauen, die ihr "natural hair" rocken. Sie sind Angela Basset (Queen!) und Gwyneth Paltrow. Sie sind gut (Michelle Pfeiffer als "Janet Van Dyne") und böse (Cate Blanchett als "Hela") und all diese Grauzonen dazwischen (Tilda Swinton als "The Ancient One"). Sie haben Alkoholprobleme (Tessa Thompson als "Valkyrie"), sind überdurchschnittlich intelligent (Letitia Wright als "Shuri") und hauen einfach nur alles um, was sich ihnen in den Weg stellt (Scarlett Johansson als "Black Widow", u.a.). Nur Titelheldinnen, das waren sie bis jetzt noch nicht. 

Endlich eine Marvel-Heldin in einer Titelrolle

Im März 2019 aber wird auch das kein feministischer Schandfleck des MCUs mehr sein. Dann, wenn Oscar-Preisträgerin Brie Larson als "Captain Carol Danvers" in "Captain Marvel" auf der Leinwand eine oder mehrere Welten retten wird. Männliche Hilfe wird sie dafür eher nicht brauchen: Captain Marvel ist eine der stärksten HeldInnen in Marvels Comic-Universum und sie wird - wie es aussieht - jedenfalls die stärkste aller HeldInnen des MCUs sein. Am Ende des letzten Avengers-Epos "Infinity War" wurde sie immerhin als große Retterin angeteasert.

"Captain Marvel" erzählt Danvers Ursprungsgeschichte und spielt in den 90er-Jahren auf der Erde - inklusive einem optisch verjüngten Samuel L. Jackson in seiner Rolle des "Nick Fury". Schon der erste Trailer, der im September veröffentlicht wurde, war ein bisschen Balsam auf die geschundene Seele der am Popcornkino interessierten FeministIn. Ein Zusammenschnitt aus allen Rückschlägen, Niederlagen und Verlusten in Carol Danvers Leben, der in umso mächtigere Bilder übergeht, die zeigen: Immer wieder stand Marvels erste Titelheldin auf, die Faust zum Widerstand geballt. Ein auf Massenwirksamkeit ausgelegtes feministisches Bild. Und dabei ist nicht mal ihr Catsuit freizügig.

 

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Und Marvel weiß das. Im englischen Original spielen beide Trailer mit der Ähnlichkeit in den Worten "her" und "Hero". So wird im zweiten Trailer etwa der Satz "Every Story begins with her" zu "with a hero", im Hintergrund dramatische Musik. Im Deutschen funktioniert das erwartungsgemäß nicht so gut, aber Carol Danvers ist in jeder Sprache eine Superheldin. Und die brauchen wir dringend.

 

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Das Marvel Cinematic Universe ist ein fiktives Multiversum und Franchise, in dem eine Reihe von Superheldenfilmen spielen. Marvel Studios produziert die Filme selbstständig und hat in den letzten zehn Jahren bis dato 20 Filme und neun Serien produziert. Die Filme im MCU sind sowohl bei KritikerInnen als auch ZuseherInnen beliebt: Das Franchise ist mit einem Gesamteinspielergebnis von 17,5 Milliarden US-Dollar (Stand: 4. November 2018) die erfolgreichste Filmreihe der Kinogeschichte.

"Captain Marvel" wird der 21. Film des MCU und startet weltweit am 6. März 2019.

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