Bye-bye Love

Eigentlich sind Trennung und Scheidung ja nicht ansteckend. Doch wenn man derzeit nach Hollywood blickt, könnte man auch das Gegenteil annehmen. Denn dort grassiert gerade eine „Bye-bye Love“-Epidemie. Warum sich gerade Showbiz-Ehen damit infizieren, lesen Sie hier.

Eigentlich wollten sie nur friedlich frühstücken. Doch nicht wenigen der rund neun Millionen Zuhörer blieb ihr French Toast im Halse stecken. Grund: In der Frühmorgen-Sendung von US-Radiokultmoderator Howard Stern rief (ein nicht ganz nüchterner) David Arquette an. Und schickte ein paar sehr intime Details aus seiner Ehe mit Aktrice Courteney Cox über den Äther. Dass er seit vier Monaten keinen Sex mehr mit ihr gehabt hätte zum Beispiel und dass er, um sich männlicher zu fühlen, einmal, vielleicht auch zweimal mit einer anderen geschlafen habe.

Nicht auf gleicher (Radio-)Welle.
Einen Tag vor dem nationalen Live-Schocker war die Trennung des „Traumpaars Cox-Arquette" nach elf Ehejahren offiziell bekannt gegeben worden. Da hieß es noch in bester Hollywoodmanier, dass „die Eltern einer sechsjährigen Tochter Freunde bleiben werden." Nach Arquettes Radiobeichte jedoch muss man wohl eher von „Feinde bleiben" ausgehen - zumal sich Mr. Arquette wenige Tage nach der Skandalsendung gleich noch mal bei Stern ausheulte. Was der pragmatischen Noch-Gattin, die großen Wert auf Skandalvermeidung legt, natürlich gar nicht gefiel. Vielleicht hätte sie wissen müssen, dass das Ende ihrer Ehe erst der Anfang des Schreckens war. Galt David doch seit jeher als exzentrisches, ewiges Kind, woran laut Gerüchteküche auch eine Paartherapie nichts ändern konnte. Jedenfalls stolperte David Arquette durchs Partyleben, ließ sich beim Tattoostechen filmen und plante die Eröffnung einer Strip-Show, während sich der ehemalige Friends-Star Courteney Cox am Set ihrer Serie Cougar Town abrackerte, um den Hollywood-Lebensstandard zu sichern ...

Adieu am laufenden Band.
Cox und Arquette sind nicht die Einzigen, die heuer das Aus ihrer Glamour-Ehe verkündeten. Allein im Oktober trennten sich Laura Dern und Ben Harper, Christina Aguilera und Jordan Bratman, Topmodel Linda Evangelista und Peter Morton oder Billy Ray und Tish Cyrus. Im November verabschiedeten sich Rachel Weisz, Cameron Diaz und Carey Mulligan von ihren Partnern. Und die Trennungsgerüchte rund um die Vorzeige-Ehen von Gwen Stefani und Gavin Rossdale sowie Jennifer Garner und Ben Affleck werden auch immer lauter. Die US-Medien freut's. Denn wo die Liebe baden geht, schwimmen die Auflagenzahlen oben auf.

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Trennungen 2010 im Überblick

Marilyn Manson und Evan Rachel Wood
Trennung nach 4 Jahren

Halle Berry und Gabriel Aubry
Trennung nach 5 Jahren

Charlize Theron und Stuart Townsend
Trennung nach 9 Jahren

Tish und Billy Ray Cyrus
Trennung nach 17 Jahren

Colin Farell und Alicja Bachleda-Curus
Trennung nach 2 Jahren

Sam Mendes und Kate Winslet
Trennung nach 7 Jahren

Rachel Weisz und Darren Aronofsky
Trennung nach 9 Jahren

Christina Aguilera und Jordan Bratman
Trennung nach 5 Jahren

Sandra Bullock und Jesse James
Trennung nach 5 Jahren

Elin Nordgren und Tiger Woods
Trennung nach 6 Jahren

Cheryl Cole und Ashley Cole
Trennung nach 4 Jahren

Der Anfang vom Ende.
Es scheint, als wiederhole sich die Geschichte ständig nach immer demselben Drehbuch: erst märchenhafte Romanze, baldige Traumhochzeit und Berichte vom „normalen und bodenständigen" Paar (mal im Partnerlook, mal beim Synchrontrinken von Starbucks-Kaffee). Nach ein paar Monaten oder Jahren tauchen dann erste „Da läuft was schief"-Gerüchte auf. „Freunde des Paares" kommentieren, Berater dementieren, Studios lancieren Fotos von den „eh so Glücklichen" - besonders wenn ein (Romantik-)Filmstart oder (Liebeslied) Album ansteht. Bald folgt doch die „vorübergehende Auszeit", aus der eine „Trennung in Freundschaft" oder aber Scheidung wegen „unüberbrückbarer Differenzen" wird. Schließlich wird nicht um Habseligkeiten (regelt Ehevertrag) gekämpft, sondern wer medial als Image-Gewinner oder -Verlierer aussteigt. Business as usual. Fragt sich nur, wer die Nächsten sind? Auf Demi Moore und Ashton Kutcher schließen Brancheninsider schon heiße Wetten ab. Sie wissen: Vom Krisengerücht ist es zur Trennung nie weit. Zumal eine Starehe nach durchschnittlich 7,8 Jahren eh am Ende ist, „wobei die Haltbarkeit mit jedem Google-Treffer, den ein Partner mehr erzielt, abnimmt", sagen Statistiker. Astrologen machen für die hohen Trennungsraten „ein massives Sternengewitter verantwortlich, das 2010 jene Beziehungen, die auf wackligen Beinen standen, endgültig zerstörte". Der Hamburger Psychologe Michael Thiel blickt dagegen nicht rauf, sondern rein: „Stars fehlt oft die nötige Reife." Wie blauäugig manche den Lebensbund eingehen, zeigt allein die Aussage der achtmal verheirateten Elizabeth Taylor. Bei der Hochzeit mit Conrad Hilton im Jahr 1950 sagte Taylor auf die Frage, was sie verbinde: „Oh, vieles. Wir lieben beide Hamburger mit Zwiebel, XL-Pullis und Ezio Pinza (ein Opernsänger, Anm. d. Red.)." Neben Reife vermisst Thiel bei Stars auch „den Willen füreinander zu kämpfen. Stattdessen haben sie die Mentalität: Wenn's nicht passt, kommt eben der Nächste."

Lauernde Gefahren.
Nur selten halten VIP-Verbindungen dauerhaft. Paul Newman, der 48 Jahre mit Joanne Woodward verheiratet war, kannte das Geheimnis: „Dass man kapiert, dass Ehe auch Folgendes bedeutet: drei Mahlzeiten am Tag, faire Arbeitsteilung und nie zu vergessen, den Müll vor die Tür zu tragen." Ein Weg, der für viele Hollywoodstars schon zu lang ist. Denn auf halber Strecke finden sie ergebene Bewunderer, verführerische Set-Kollegen, berechnende C-Sternchen - oder eine Visitenkarte von Howard Stern ...

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