Burlesque

In Steven Antins schwülstiger Mischung aus Cabaret und Showgirls hat sogar die Leuchtreklame am Eingang der Burlesque-Revuetheaters mehr schauspielerisches Talent als Hauptdarstellerin Christina Aguilera. Warum Sie den Film trotzdem nicht verpassen sollten, erfahren Sie hier ...

Die Story.

Wer denkt, das "Burlesque" wäre ein ordinärer Stripclub, dem sollte man das freche Maul ordentlich mit Jägermeister ausspülen. Für lumpige 20 Dollar Eintritt vorbei an dem fabelhaft-großkotzigen Conférencier (Alan Cumming) betritt das verdutze Landei Ali (Christina Aguilera) ein zwielichtig anmutende Etablissement im Souterrain. Die "Burlesque-Lounge" ist für Ali das Tor zu einer anderen Welt ...

Als sich der Vorhang hebt, ist alles, wovon die Kellnerin mit Showbiz-Ambitionen immer geträumt hatte, plötzlich zum Greifen nahe: Tänzerinnen in reizvollen Glitzer-Tricots wiegen sich mal anmutig mal aufmüpfig im Takt und begeistern mal an- und mal ausgezogen das Nachtclub-Publikum.

Was fürBanausen nach preiswerter erotischem Amüsement aussieht, entpuppt sich vor dem Kennerauge rasch als hohe Unterhaltungskunst. Einen kleinen Schönheitsfehler hat die Show für Ali dennoch: Hier wird NICHT LIVE gesungen. NOCH nicht! Klarer Fall für Ali: Das kleine Mädchen mit der ganz großen Stimme, könnte mit ihrem - leider noch völlig unentdecktem Talent - hier mal gehörig den Staub vom Luster pusten ...

Aber der steinige Weg von der gefeuerten Serviertochter aus Iowa zur gefeierten Nachtclubsängerin in L.A. führt erst einmal an IHR vorbei: Tess (Cher in voller Lebensgröße). Die bühnen- und lebenserprobte Ikone im Burlesque-Business hat aber leider gerade ganz andere Sorgen, als sich um den aufdringlichen Showbiz-Nachwuchs zu kümmern.

5 Gründe, warum Sie sich diesen Film ansehen sollten, finden Sie auf Seite 2.

Ab 6. Jänner 2011 ist das mehrfach Golden Globe nominierte Musical Burlesque bundesweit in unseren Kinos zu sehen.
Monika Ballwein, Sängerin und Vocalcoach, über Burlesque: Musikalisch, gesangstechnisch, spielerisch sicher am Punkt. Mit hundertprozentigem Herzblut trifft Christina in gewohnter Aguilera-Manier jeden Ton, der Emotionen, der Gänsehaut und Tränen hervorruft.

Christina Aguilera verbindet Sex und Soul. Ihre einzigartige Stimme nimmt jedes Genre in Beschlag - ob Pop, Soul, R´nB. Sie verschmilzt darin, als wäre es das Normalste und Einfachste der Welt. Deswegen bleibt sie für mich mit Abstand die Queen of Pop&Soul! Ob sie darüber hinaus auch noch als Schauspielerin reüssiert, ist eigentlich zweitrangig.
Das viel zitierte Duell Gaga gegen Aguilera ist für mich längst entschieden: Lady Gaga mag für viele die neue Madonna sein – gesanglich kann sie Christina Aguilera nicht das Wasser reichen.

Kritik:

Mindestens 40 qualvolle Burlesque-Minuten müssen vergehen, bis Christina Aguilera endlich das tun darf, was sie am besten kann: Singen. Wir lassen für Sie die 5 Gründe Revue passieren, sich trotzdem eine Kinokarte für Burlesque zu kaufen:

1.) Christina Aguilera.
Falscher Busen, falscher Lover, falsches Image. Ob zickig, schlecht beraten oder zu nackig, wen juckt's? Christina Aguilera rockt. Sobald sie ein Micro in der Hand hält und ihre Stimme nicht zum Reden verschwendet, ist jede Langeweile vergessen. Ihre Bühnenpräsenz und Performance ist TOP.

2. Soundtrack.
Wir verstehen gar nicht, warum nur EIN Song (Bound to You) für die Golden Globes 2011 nominiert ist. Hinreißend sind außerdem But I Am a Good Girl, Spotlight, Express und alle anderen Songs, die Xtina interpretiert.

3. Kostüme.
Gespart wurde bei den Outfits der Tänzerinnen nur beim Stoff: Für seine luxuriösen Bühnenkreationen verarbeitete Hollywood-Legende Michael Kaplan 250.000 Swarowski Kristalle in 15 verschiedenen Farben. Das Ergebnis ist berauschend.

4. Herrenausstattung.
Während Twilight-Bösewicht Cam Gigandet und Grey's Anatomy-Aufschneider-Eric Dane die Damenwelt von ihren Bühnenpflichten ablenken, kann man sich mit dem großartigen Stanley Tucci auch Backstage prächtig amüsieren.

5. Damenwahl.
Cher war mit Steven Antins, der sich vor allem mit Videodrehs für die Pussycat Dolls einen Namen gemacht hat, magerem Drehbuch NICHT einverstanden. Also schrieb sie die Dialoge für ihre Figur einfach um, damit's auch noch irgendwie lustig wird. Alle Achtung!

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