Bundesheer streicht das Binnen-I

"Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache", heißt es seitens des Verteidigungsministers Mario Kunasek (FPÖ).

Das Bundesheer schafft das Binnen-I ab. "Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit", erklärte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in der "Kronen Zeitung" das "Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen".

Der 2001 verordnete "geschlechtergerechte Sprachgebrauch" habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie "die Studierenden" verwendet, heißt es weiter.

Das Bundesheer probt den Rückschritt

Nachdem also bereits ein Schritt nach vorne gemacht wurde - und Frauen in der Sprache des Bundesheeres nicht nur mitgemeint, sondern auch auch mit ausgesprochen wurden - findet jetzt wieder eine Rückentwicklung statt. Dabei wollte das Bundesheer vergangenes Jahr noch fleißig um Frauen werben - jedoch mit einer missglückten Aktion, die den Titel "Karriere mit BH" trug.

Indem Frauen jetzt aber aus der Sprache des Heers verschwinden, werden sich Frauen im Beruf der Soldatin noch schwieriger wiederfinden. Das beweist auch eine Studie der Freien Universität Berlin, die zum Schluss kam, dass gendergerechte Sprache das Selbstvertrauen für die Berufswahl stärkt. Der Ministeriumssprecher Michael Bauer sieht das jedoch anders - und tweetete: "Militärischer Führungsgrundsatz: Nur das Einfache führt zum Erfolg."

Zur Serie: Der Fail der Woche "zeichnet" in unregelmäßigen Abständen besonders frauenfeindliche und sexistische Sager oder Internet-Fundstücke aus.

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