Seitenweise neue Welten entdecken. Egal ob am Weg zur Arbeit, im Café oder am Sofa - mit diesem Lesestoff wird es niemals langweilig! Vorgestellt von Mareike Steger.
am
04.10.2012, 15.52 Uhr

©
PR Bilder
Am Anfang ist ganz viel Sand, leuchtend gelb, als wäre es eine Wüste. Fast verliert sich darin der knallrote Lastwagen mit seiner lebenden Fracht, einer Schar Vögel. Auf der Handlungsebene passiert in diesem Bilderbuch (ab 4 Jahren) nicht viel, doch im Kopf gehen viel mehr Bilder auf, als die reduzierten Zeichnungen zeigen. Wunderschön!
Germano Zullo: Wie die Vögel. € 13,30, Carlsen.

©
PR Bilder
Ein Paar auf einer Kreuzfahrt, ein bevorstehender Heiratsantrag – und ein anderer Mann, zu dem es die Frau wider die Vernunft hinzieht. Kein Wunder, waren die beiden doch einst ein Paar, auch beruflich: Beth assistierte Arthur, einem Mentalisten und Witwentröster. Ein Roman übers Täuschen, Lügen und die Liebe, wobei die Erzählung selbst mit Tricks arbeitet. So ist das blaue Buch Beths Mittel, ihrem Ex ihr Geheimnis zu beichten, erst danach können beide wirklich wahrhaftig zueinander sein. Und womöglich ihre Liebe neu (be-)leben? Einen Tick zu ausschweifend, aber in gewohnt großartiger Sprache, zaubert die schottische Bestsellerautorin mal wieder richtig gute, große Literatur.
A. L. Kennedy: Das blaue Buch. € 22,60, Hanser.

©
PR Bilder
Wer träumt nicht vom Lottogewinn, der auf einen Schlag reich macht? Jocelyne, zum Beispiel. Sie ist Ende vierzig und hat noch nie ihr Glück versucht. Warum auch, sie ist zufrieden mit ihrem Leben. Ihre neue Leidenschaft: ein Blog übers Sticken, Nähen und Stricken, der schnell zum Hit wird. Alles könnte so weiterlaufen, doch dann überreden sie Freundinnen, einmal mitzutippen – im Jackpot warten 18 Millionen. Die Folgen sind drastisch. Ein magisches Büchlein über Gier und Genügsamkeit, Liebe und Verrat. Lotto-Spielerinnen werden danach wohl einige Runden aussetzen.
Grégoire Delacourt: Alle meine Wünsche. € 16,50, Hoffmann & Campe.

©
PR Bilder
Die Jobs in Zementfabriken locken in den 1970ern Familien aus Süditalien nach Mitteleuropa. So auch die Orlandos, die in der Schweiz landen. Dort lernt die wunderliche Tochter Mimi ihre große Liebe kennen, wird schwanger – und der Freund verschwindet. Poetisches Familiendrama, eingebettet in historisches Unrecht: Viele der damals in den Fabriken arbeitenden Männer starben und sterben noch heute an Vergiftungen durch Asbest, der dort verarbeitet wurde.
Mario Desiati: Zementfasern. € 20,50, Wagenbach Verlag.

©
PR Bilder
Sollten Sie gerade Mutter geworden sein, ist dieses Buch vielleicht nicht das richtige. Es sei denn, Sie sind hart im Nehmen. Denn Ausgangssituation ist – der Titel deutet es an– ein totes Baby. Rose wird verdächtigt, für den Flammentod von Luke, dem Kind ihrer Freundin, verantwortlich zu sein und wandert ins Gefängnis. Schnell wird aber klar: Die Frau sitzt unschuldig. Und doch ist Rose nicht ohne Schuld ... Mitreißend inszeniert, spielen hier Obsession, Betrug und die verstörende Persönlichkeit einer jungen Frau die Hauptrollen.
Ruth Dugdall: Die leere Wiege. € 10,30, Piper Taschenbuch.

©
PR Bilder
Dieser Mann liebt es, seine Protagonisten in schwierige Situationen zu schicken: Ging es in seinem Roman Keller fehlt ein Wort um einen Kommunikationstrainer mit Sprachverlust, widmet sich der Schweizer Patrick Tschan in Polarrot nun einem Vertreter, der gesellschaftlich unbedingt nach oben will – und dafür sogar mit den Nationalsozialisten kooperiert.
Patrick Tschan: Polarrot. € 21,90, Braumüller.
Mehr über das Buch des Monats lesen Sie hier >>