Buchtipp - „Madame Lai“

Der Seefahrermythos lebt von Schauspielern wie Errol Flynn, Marlon Brando und nicht zuletzt durch Johnny Depp.

Der Seefahrermythos lebt. Durch Schauspieler wie Errol Flynn, Marlon Brando - und Johnny Depp.

Text Christa Nebenführ

Piraten mit Totenkopftuch sollen diesen
Fasching das beliebteste Kostüm gewesen
sein. Depp sei Dank. Aber Brandos
Darstellung des Fletcher Christian in der
Meuterei auf der Bounty hat das Genre
mindestens ebenso geprägt. Als eben dieser dann David Cammell kennen lernte, versuchte er mit ihm auf seiner Insel Teti’aroa ein Drehbuch zu verfassen. Was in sechs Monaten entstand, wurde zwar nie verfilmt, aber Cammell machte später einen Roman daraus, den seine Witwe nach dem Tod Marlon Brandos herausgab.
Es entstand ein trockener, streckenweise
dennoch schwülstiger, obszöner und auch
wieder romantischer Roman über den
Kapitän Anatole „Annie“ Doultry. Er als Hauptfigur, der sich mit Madame Lai, der gefährlichsten
Freibeuterin auf dem Chinesischen Meer,
nicht nur zwecks gemeinsamen Überfalls
zusammentut.
Ein Buch, das schön zwischen Hollywood-Kitsch und Independent-Produktion schwebt. Besonders reizvoll sind die Vor- und die Nachworte über die Entstehung dieses Romans, Brandos Privatleben und die gewisse Wesensverwandtschaft mit seinem Protagonisten Annie Doultry.

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