Buch des Monats

Ein Flugzeugabsturz, zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein Privatdetektiv, der ein falsches Spiel treibt, und ein Liebespaar, dessen Verbindung unter keinem guten Stern steht: Aus diesen Zutaten hat Michel Bussi eine packende und nur manchmal ein bissl haarsträubende Geschichte gebacken.

Als Baby überlebte Emilie als Einzige einen Flugzeugabsturz. Das steht fest. Ungewiss ist allerdings, zu welcher Familie sie gehörte - denn an Bord des Airbus waren zwei Neugeborene mit ihren Eltern...

Nach der wundersamen Kindsrettung bricht also ein Rechtsstreit aus, denn beide Großelternpaare wollen das Kind (das sie nie zuvor gesehen haben) aufziehen. Als es einer der Familien zugeteilt wird, ist die Geschichte damit jedoch noch lange nicht ausgestanden.

Michel Bussi über sein neuestes Buch "N´oublier jamais":

Wer bin ich? Denn Emilie bleibt das Unbehagen, womöglich in der „falschen" Familie aufgewachsen zu sein - was ihr spätestens dann zu schaffen macht, als sie sich in ihren (leiblichen?) Bruder verliebt... Und auch die leer ausgegangene Oma setzt noch immer alles daran, das Mädchen von der Bindung an seine „echte" Familie zu überzeugen.

Das alles hätte als Plot für einen Roman ja schon gereicht. Doch Michel Bussi legt dann erst richtig los. Und fährt ein großes Figurentheater auf. Okay, manchmal geht ihm dabei die Fantasie ein bissl durch: Hier ein Mord und dort noch ein verschollener Unbekannter, der vielleicht Emilies Herkunft klären könnte, plus eine Deadline, die Emilies Liebsten zu schaffen macht - so viel Brimborium hätte es nicht zwingend gebraucht. Doch zu spät, schon nach wenigen Seiten hängt man, sozusagen, an Bussis Lippen. Keine Frage, dass man dieses Buch erst weglegt, nachdem man die Nacht durchgelesen hat.

Und ohne der Spannung zu viel wegzunehmen: Ja, das Ende ist wirklich gut! In Frankreich wurde der Roman des Universitätslehrers mit dem Prix Maison de la Presse prämiert.

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