Brustkrebs

Angelina Jolie macht derzeit Schlagzeilen und setzt eine drastische Maßnahme im Kampf gegen Brustkrebs - sie ließ sich beide Brüste amputieren. Brustkrebs ist ein heikles Thema. Aber wer ist überhaupt gefährdet und was kann man in Sachen Vorsorge tun? Expertin Dr. Anita Rohrbacher gibt Antworten auf häufige Fragen.

Ab wann sollten junge Mädchen zum Frauenarzt, um ihre Brust untersuchen zu lassen?
Die weibliche Brust ist vor dem 19. Lebensjahr noch nicht ausgewachsen. Dennoch kann es bereits in solch jungen Jahren zu knotigen Veränderungen kommen, die teilweise innerhalb weniger Wochen eine Größe von fast 5 cm erreichen. Beruhigend ist, dass diese Veränderungen immer gutartig sind, aber auf Grund von extremem Spannungsgefühl meist operiert werden.


Es macht deshalb durchaus Sinn, bereits ab der ersten gynäkologischen Kontrolle, die meist zwischen dem 16. bis 18. Lebensjahr stattfindet, zu lernen, wie die weibliche Brust exakt untersucht werden sollte.
Da Vorsorge die beste Medizin ist, sollte man spätestens vor dem ersten sexuellen Kontakt eine gynäkologische Kontrolle beziehungsweise ein informatives Gespräch durchführen.



Wie oft sollte man zum Frauenarzt?
In weiterer Folge sollten die Kontrollen alle 6 Monate, spätestens nach 12 Monaten erfolgen. Der optimale Zeitpunkt um die eigene Brust zu untersuchen ist jedes Monat während oder kurz nach der Menstruation. Zu diesem Zeitpunkt ist normalerweise die Brust unempfindlich und spannt nicht.



Wie taste ich meine Brust selbst ab?
Ideal ist es die Brust durchaus auch vor dem Spiegel auf Symmetrie und eventuelle Einziehungen beziehungsweise Vorwölbungen zu überprüfen. Dannach streicht man langsam mit 2 Fingern von oben nach unten über die gesamte Brust, wobei besonderes Augenmerk auf den Bereich nahe der Achsel zu richten ist, da hier die meisten Tumore vorkommen. Besonders gut lassen sich knotige Veränderungen auch unter Dusche mit Wasser und Seife palpieren.

OÄ Dr.med.univ. Anita Rohrbacher
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Ärztin für Allgemeinmedizin

Neue Weltgasse 19
1130 Wien

www.rohrbacher.at
Brustkrebs ist mit einem Anteil von 28% an allen Tumoren der Frauen seit langem die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, Tendenz steigend.
Seit 1997 ist allerdings die Zahl der Neuerkrankungen stabil. Die absolute Zahl der Neuerkrankungen der Frauen lag 2010 bei 5.058 Fällen.

Da Brustkrebs durch das vermehrte Screening nicht nur häufiger, sondern auch in einem immer früheren Stadium erkannt wird, zeichnet sich ein Rückgang der Sterblichkeit an diesem Tumor ab.
Quelle: Statistik Austria

Weiters sollte man auch noch achten ob sich ein Sekret aus den Brustwarzen expremieren läßt. Dies könnte ebenfalls ein Hinweis auf Veränderungen im Bereich der Michgänge sein.

Wen betrifft Brustkrebst? Wer ist gefährdet?
Brustkrebs betrifft inzwischen jede 8. Frau und ist somit das häufiste Karzinom beim weiblichen Geschlecht. Als potentieller Risikofaktor an diesem Leiden zu erkranken ist sicherlich Übergewicht. Weiters sollte man engmaschiger kontrollieren, wenn mindestens drei enge Familienangehörige über dem 50. Lebensjahr an Brust- oder Eierstock erkrankt sind oder zwei enge Familienmitglieder vor dem 50. Lebensjahr damit konfrontiert wurden.

Erhöht die Pille das Brustkrebsrisiko?
Die Einnahme der Antibabypille erhöht das Brustkrebsrsiko unwesentlich und hat keine negativen Auswirkungen mehr 5 Jahre nach Absetzen derselben. Durch die langjährige Einnahme einer unkontrollierten Hormanersatztherapie wurde eine höhere Inzidenz an Brustkrebsneuerkrankungen bewiesen (17 zusätzliche Fälle auf 100.000). Zehn Jahre nach Absetzen derselben liegt keine Risikoerhöhung mehr vor.

Generell glaubt man, dass in jedem von uns Tumorzellen schlummern, und diese in gewissen Streßsituationen (Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung ...) auf Grund der gesenkten Immunabwehr Überhand gewinnen und so Tumore entstehen.

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